07.07.2010, 10:05 Uhr | Richard Löwenstein / jr
Wilde Verfolgungen, üble Unfälle, schlimme Gangster: Knapp zehn Jahre ist’s her, dass der erste Teil des Cop- und Gangstergames aus der Driver-Reihe all das auf den heimischen Bildschirm gepumpt hat. Das Action-Rennspiel gilt aufgrund seiner anspruchsvollen Technik und überzeugender Hollywood-Atmosphäre bis heute als stilbildend. Für das erste Quartal 2011 plant Ubisoft mit "Driver San Francisco"das Comeback der Vollgas-Krimis auf Xbox 360, PS3, PC und Wii. Ob der Newcomer das Original-Driver von 1999 tatsächlich in den Windschatten verbannt? Werden die Fehler der verkorksten Teile drei und vier danach vergessen sein? Zeit für eine Probefahrt.
Schauplatz des Geschehens ist das nordenglische Industriestädtchen Newcastle upon Tyne. Hier arbeiten beim Videospiel-Entwickler Reflections 100 Leute seit rund vier Jahren an einem Projekt, das vielleicht zum Comeback des Jahres wird: Driver San Francisco. Das ist der fünfte Teil aus einer Spieleserie, die vor rund zehn Jahren auf dem Höhepunkt war. Der Moloch aus Autos, Gangstern und Undercover-Polizist John Tanner bewegte sich zeitweise gar auf Augenhöhe mit Genre-Größen wie Grand Theft Auto (GTA). Dann ging etliches schief, die letzten beiden Driver-Teile machten eher durch Programmfehler als durch einen hohen Unterhaltungswert von sich reden. Die Reihe schien vor die Wand gefahren. Im Herbst wagt Reflections einen Neustart unter dem Motto "Zurück zu den Wurzeln". Alles soll sich anfühlen wie in Teil eins. Der Fokus liegt auf schnellen Autos und rassigen Pferdestärken. Driver San Francisco soll Rennspiel-Action mit cineastischem Anstrich bieten.
Die Handlung knüpft direkt an die letzten Ereignisse an. Hauptfigur ist und bleibt der Undercover-Polizist John Tanner. Etwas älter, etwas angefressener und umso gefährlicher. Auch mit dem Auftritt alter Bekannter ist zu rechnen. Blutrache, Revanchen und Konfrontation stehen auf der Agenda. In Sachen Stil und Atmosphäre nimmt man sich ganz großes Kino zum Vorbild - Filme wie "The Italian Job", "French Connection" und "Leben und Sterben in L.A." stehen Pate. Und das Gameplay? Verfolgungsjagden bilden das Kernstück. Als Szenerie dient die Gegend rund um San Francisco. Romantisches Hafenflair am Fisherman’s Wharf, bunte Blumengrüße von der Lombard Street, beeindruckende Sicht auf die Transamerica Pyramid - all das wird geboten. Rund 330 frei befahrbare Straßenkilometer werden die Spieler unter die Räder nehmen können, viele davon mit Gehsteigen verziert, auf die Fußgänger behände zur Seite springen, wenn man es auf Kontakt anlegt. Das Ganze fühlt sich beim Probespiel schon sehr solide an. Die Autos - mit Original-Lizenzen - lassen sich flugs um die Kurven scheuchen. Gegner rammen und Flüchtige verfolgen, das macht Laune.
Eine Legende wiederbeleben? Ein schweres Unterfangen. Doch das bisher gezeigte Material hat das Zeug dazu. Eine offene, frei erkundbare Welt, ein gut bestückter authentischer Fuhrpark, die cineastische Präsentation - unterm Strich könnte das viel gute Unterhaltung ergeben. Eine gelungene Neuerung ist außerdem die "Shift"-Funktion für Instant-Wechsel zwischen verschiedenen Fahrzeugen. Steuerung und Fahrphysik überzeugen schon jetzt.
Die Grafik gibt sich im aktuellen Status noch etwas bieder und unaufgeregt; dem Look fehlt das gewisse Etwas. Einen Tag- und Nachtwechsel wird’s etwa genauso wenig geben wie eine Wettersimulation mit Regen und Schnee. Wie es um die Qualitäten der Handlung bestellt ist, muss sich erst noch zeigen. Bisher hat der Hersteller davon zu wenig gezeigt.
Hier ist Vertrauen angebracht. Was Reflections bisher von Driver San Francisco gezeigt hat, sieht vielversprechend aus, lässt aber noch keinen Schluss auf das vollendete Game zu. Dennoch sind fraglos viele gute Ansätze für ein gelungenes Comeback vorhanden. Zu beachten ist die Herstellangabe, wonach diese Produktion diesmal nicht unter Zeitdruck entsteht wie seinerzeit die Driver-Teile drei und vier. Das gibt Anlass zur Hoffnung.
Quelle: Richard Löwenstein
Pfatzolisator schrieb:
am 12. Juli 2010 um 14:18:22
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Scheiß auf...
Tag-und Nachtwechsel und Wettermodell, das interessiert keine Sau. Macht lieber endlich mal korrekte Fahrphysik und
brauchbares Schadensmodell, wenn ein Auto mit 120 Sachen gegen die Wand klatscht und dann mit einem angeknickten Kotflügel und abgefallener Stosstange weiterfährt ist das einfach nur lächerlich.
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