10.06.2008, 08:34 Uhr | Volker Bonacker
Call of Duty: World at War (Bild: Activision)Ein US-Soldat sitzt gefesselt auf einem Stuhl, vor ihm steht ein japanischer Kämpfer. Nur verschwommen nimmt man wahr, wie der GI angeschrien wird, bevor ihm der japanische Soldat die Kehle aufschlitzt. Als nächstes wendet er sich in Richtung des Spieler-Egos, doch bevor es erneut zu einem Meuchelmord kommt, durchbohrt den Japaner ein Bajonett. Call of Duty 5: Worldat War hat begonnen.
Ein US-Kommando stürmt das Lager, der Spieler wird befreit, und wenige Sekunden danach schlagen bereits die ersten Granaten ein. Wir bekommen eine Pistole in die Hand gedrückt und sind plötzlich mitten im Krieg - und das deutlich roher und brutaler als andere Shooter. Der fünfte Teil der Serie wird erneut im Zweiten Weltkrieg spielen und für Xbox 360, Playstation 3, Wii und PC erscheinen.
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Downloads Call of Duty 4: Demo
Call of Duty: World at War (Bild: Activision)Gerüchte über eine Rückkehr zum Weltkriegs-Setting waren schon seit einigen Wochen im Umlauf. Das hat sich anhand der neuen Informationen zur Story bestätigt: Im ersten Part kämpft der Spieler auf Seiten der US-Armee gegen Japan, während es in Teil zwei als russischer Soldat in Richtung Westen geht. Die Eroberung von Berlin soll ebenfalls im Spiel enthalten sein. Entwickelt wird das Spiel konsequenterweise von Treyarch, die sich bereits für Call of Duty 3 verantwortlich zeichneten. Die Briten kündigen nicht weniger als die „Neudefinition des Genres“ an. Diese Aussage stößt zunächst natürlich auf Skepsis, schließlich gilt der Markt für Weltkriegs-Ballereien schon lange als gesättigt. Zudem wurde Call of Duty 3 vielfach als bemühter und eher durchschnittlicher Shooter bewertet. Hier hat Treyarch also einiges an Boden wieder gut zu machen.
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Call of Duty: World at War (Bild: Activision)Zunächst fällt als gravierende Neuerung jedoch die unglaublich rohe Gewaltdarstellung auf. Nicht nur die beschriebene Eröffnungsszene ist blutig, auch die weiteren Spielinhalte haben es in sich. Gegner werden mit dem Flammenwerfer ausgeräuchert, heranstürmende Soldaten mit gezielten Schüssen niedergestreckt. Ob derartige Inhalte noch ein USK-Rating "Ab 18" erhalten, ist fraglich. Treyarch spricht von einem sehr düsteren Spiel, in dem sich viel um blinde Vergeltung dreht - nach den neuen Jugendschutz-Kriterien können genau solche Titel sehr leicht indiziert werden. Vorsorglich werden die Hakenkreuze entfernt und in der deutschen Version nicht enthalten sein. Ob das jedoch reicht, oder ob weitere Schnitte anstehen, wird sich zeigen.
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Call of Duty: World at War (Bild: Activision)Abseits der Brutalität überzeugen Grafik und Atmosphäre jedoch voll, auch wenn es sich noch um eine frühe Version des Spiels handelt. Dank der Engine von Call of Duty 4 hat das Spiel trotz Weltkriegs-Szenario nicht mehr den stereotypen Look der Vorgänger oder vergleichbarer Games. Treyarch plant dem Vernehmen nach zusätzlich verschiedene Mehrspieler-Modi, darunter einen Online-Koopmodus für zwei bis vier Spieler sowie eine Splitscreen-Variante, bei der zwei Spieler an einer Konsole kämpfen. Zu den weiteren Neuerungen gehört auch die Möglichkeit, zu schwimmen und zu tauchen.
Gelungene Rückkehr oder nur ein weiterer Weltkriegs-Shooter? Die Call of Duty-Macher sind sich jedenfalls der Tatsache bewusst, dass die Ankündigung des neuen, alten Settings erst mal ein Raunen der Spieler nach sich zieht. Schließlich findet der vierte Teil der Serie, der dank neuer Umgebung für frischen Wind sorgte, nun keine logische Fortsetzung. Dennoch wollen die Entwickler einige Neuerungen beisteuern und versprechen, nicht nur einen weiteren Shooter zu machen, der im Zweiten Weltkrieg spielt. Das bislang veröffentlichte Material erweckt zumindest den Eindruck, dass es Treyarch ernst ist. Ob gegen Ende des Jahres die vollmundig angekündigte „Neudefinition des Genres“ ins Haus steht, kann jedoch noch lange nicht gesagt werden.
Volker Bonacker
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