03.11.2008, 09:43 Uhr | Richard Löwenstein / vb
Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3 (Bild: EA)Schräger kann ein Strategiespiel kaum sein: Wenn Kanonen Kampfbären ausspeien und Landungsboote sich mit Stahlbeinen auf Land schieben, dann weiß der Kenner, was die Stunde geschlagen hat - Alarmstufe Rot, diesmal Teil Drei. Im Intro-Video zeichnet der neueste Ableger aus der Command & Connquer-Reihe das Bild einer parallelen Welt in den 60er-Jahren. Die USA sind nicht zur Großmacht herangewachsen, die Sowjetunion kämpft um ihr Überleben, Japan strebt die Weltherrschaft an. Ein Weltkrieg ist unausweichlich.
Als Spieler ergreift man im Spielverlauf Partei für alle drei Gruppierungen - wobei sich die USA und Europa zur Alliierten Koalition zusammenschließen. Das Rahmenprogramm besteht aus drei Kampagnen mit insgesamt 27 Missionen, zusammen gehalten durch aufwändig gedrehtes Videomaterial. Ein weiteres auffälliges Merkmal ist die Partnerwahl. Alle Missionen werden komplett kooperativ bewältigt, am besten gemeinsam mit einem Online-Mitspieler. Einzelgänger ernennen die künstliche Intelligenz (KI) des Spiels zum Ersatzmann.
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Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3 (Bild: EA)Was folgt, ist temporeiche Echtzeit-Strategie nach bewährtem Command & Conquer-Muster. Der Spieler wird zum Feldherrn ernannt, und kümmert sich per Mausklick um so ziemlich alles. Erz schürfen, Kasernen bauen, Waffenfabriken errichten, Truppen aus dem Boden stampfen und sie in die Schlacht senden - all das gehört zu seinen Aufgaben. Klingt simpel, aber die Vielfältigkeit und Verschiedenheit der drei Parteien macht den Reiz aus. Denn wo bei anderen Games nur Panzer, Flugzeuge und Fußsoldaten in die Schlacht ziehen, stehen hier interessante Exoten auf der Produktionsliste. Die Russen schießen Tesla-Soldaten und Kampfbären mit einer Kanone ins Feindesland. Sie landen mit Kampfbooten, die sich an Land mit Spinnenbeinen fortbewegen. Japan bietet überdimensionale Kampfroboter und flinke Gleiter auf, die auch im Wasser operieren können. Die Alliierten schlagen mit gewaltigen Flugzeugträgern und Panzern zu, die ein Tarnfeld errichten können. Dazu hat jeder der über 60 Einheiten eine Sonderwaffe an Bord. Sie erzeugen Blitzfelder, werfen Brandsätze und ähnliches.
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Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3 (Bild: EA)Mit der Zeit gibt sich das Spiel immer schräger, da jeder Sieg in einer Schlacht Bonuspunkte zur Folge hat, die man wiederum in gewaltige Spezialwaffen investieren darf. Wie wäre es mit einem orbitalen Bombenhagel oder dem "Eisernen Vorhang", der die eigenen Truppen kurzzeitig unverwundbar macht? Die strategischen Möglichkeiten von Angriff und Verteidigung sind bestens ausbalanciert. Praktisch für jedes Vehikel und jeden Soldatentypen existiert eine passende Konter-Einheit, das schafft viel Spielraum für eigene Taktiken. Dank der übersichtlichen Steuerung hat man alles unter Kontrolle. Per Maus und Zugrahmen lassen sich die Truppenteil erfassen, via Hotkey in Platoons bündeln und über das scroll-, zoom- und drehbare Schlachtfeld beordern. Tolle Lichteffekte, fliegende Trümmer, rauchende Wracks und eine schön animierte Wasseroberfläche sorgen für Aha-Erlebnisse, genauso die aufwändig gemachten HD-Videos mit Promi-Besetzung.
Kaum hat man ein paar der Missionen angespielt, da kommt es wieder auf, das Command & Conquer-Hochgefühl: Basisbau und Truppenhandling gehen locker von der Hand. Siege hängen nur vom eigenen Feingefühl ab, von sonst nichts. Optik und Sound sind auf höchstem Niveau, die Eingreif-Möglichkeiten vielschichtig. Die einfallsreichen Einheiten und das aufwändige Video-Rahmenprogramm impfen Alarmstufe Rot 3 außerdem zwei Eigenschaften ein, die kaum ein anderes Strategiespiel sein eigen nennt: Charme und Persönlichkeit. Lediglich ein Ärgernis trübt den Spielgenuss: Das digitale Rechte-Management (DRM) von Alarmstufe Rot 3 wird abermals vom viel gescholtenen Programm Securom übernommen. Dieses ermöglicht beliebig viele Installationen, jedoch nur fünf Aktivierungen, die jedes mal Online bestätigt werden müssen. Chris Corry, Chefproduzent des Games, begründet die unbeliebte Maßnahme damit, dass "Softwarepiraterie eine ernste Angelegenheit für die Entwickler von PC-Spielen" sei. Bildschirm-Generäle in spe sollten sich also vor dem Kauf über die mit dem Spiel verbundenen Aktivierungs-Prozeduren sowie Kopierschutz-Mechanismen im Klaren sein.
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Quelle: t-online.de
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