Gehirnjogging mit Albert Einstein
Erschienen am 02. November 2009 | Richard Löwenstein / jr
Nie war Physik-Unterricht unterhaltsamer: Einen Eiswürfel schmelzen, nur mit Hilfe einer Bowlingkugel, eines Blasebalgs und einer Kerze - wie könnte das klappen? Beim Puzzle-Spiel Crazy Machines 2 für DS und DSi werden solche Experimente zur Herausforderung für die grauen Zellen. In diesem Fall muss man die Bowlingkugel muss so platzieren, dass sie den Blasebalg trifft. Der wiederum katapultiert den Eiswürfel über eine Rampe, wo er über der Kerze zu liegen kommt. Das löst einen Mechanismus aus, der die Kerze entzündet - fertig! 120 Aufgaben voller witziger Kettenreaktionen fordern in
Crazy Machines 2 das Hirn heraus. Einige Basis-Strukturen sind vorgegeben. Was sonst noch fehlt an Werkzeugen und hilfsmitteln, das holt man sich per Pulldown-Menü ins Labor. Ein virtueller Albert Einstein moderiert und kommentiert das Geschehen per Bildschirmtext.
Die Kombination macht’s
Nachdem alle Teile platziert sind, wird das Experiment gestartet und läuft automatisch ab. Will der Eiswürfel nicht schmelzen, müssen die Objekte neu positioniert und kombiniert werden: Mit Seilen werden Bretter und Gewichte zum Pendeln gebracht, schräg gestellte Rampen geben Kugeln Bewegungsenergie mit. Das alles sind Selbstverständlichkeiten aus dem täglichen Leben, die man auf diese Weise aber sehr gut veranschaulicht bekommt. Denn die Physiksimulation überzeugt: Kisten purzeln, Kugeln rollen, Gewichte schwingen, wie sich das gehört. Man kann sich also ganz auf das Tüfteln und Ausprobieren konzentrieren. Es braucht nur etwas Vorstellungskraft, um der Lösung auf die Schliche zu kommen. Nach dem Motto "Was würde wohl passieren, wenn... ?" sind nicht selten 20 und mehr Anläufe notwendig, bis eine Kettenreaktion nicht nur wie gedacht, sondern auch wie gewünscht läuft.
Physik im Eigenbau
Ist die Aufgabe bewältigt, zeigt der Professor seinen eigenen Lösungs-Ansatz - der übrigens ganz anders als der eigene aussehen kann. Viel Wege führen halt nach Rom, weswegen auch jedes gelungene Experiment belohnt wird durch das Freischaltung weiterer Hebel, Kugeln, Kegel und anderer Zutaten. Diese Objekte stehen fortan im Baukasten bereit und können für den Aufbau eigener Experimente verwendet werden. 84 Objekte sind es insgesamt; außerdem sind Gravitation und Windrichtung veränderbar. Als Bonus gibt es den so genannten "Action-Modus", der seinem Namen vollauf gerecht wird: In 50 Rätseln muss der Spieler in ein bereits laufendes Experiment blitzschnell eingreifen. Bälle durch die Gegend kicken, Zahnräder drehen, Propeller via Mikrofon-Pusterei aktivieren und ähnliches wir hier verlangt. Das fordert schnelle Reaktionen, die mit dem
Stylus aber nicht immer korrekt ausgeführt werden können.
Was uns gefällt
Die Physiksimulation wirkt sehr realistisch. Dadurch sind alle Lösungen nachvollziehbar und logisch. In den 120 Abschnitten ist reichlich Knobelstoff untergebracht. Die Soundeffekte sorgen für passende Untermalung. Das zur Untermalung vor sich hin trällernde, belanglose Musik-Gedudel lässt sich gottlob abstellen.
Was uns nicht gefällt
Der Actionmodus ist stellenweise zu knifflig und verlangt für ein Spiel aus einem eher geistreichen Genre fast zuviel Geschick. Darauf kann man gut verzichten. Leider fehlt auch ein Duell- oder überhaupt ein Zwei-Spieler-Modus.
Fazit
Die Steuerung geht in Ordnung: Gegenstand mit dem Stylus aus der Leiste ziehen, verschieben, per Ringmenü drehen oder spiegeln oder mit Seilen aneinander knüpfen, das alles klappt problemlos. Und da sich
Crazy Machines 2 auch optisch durchaus sehen lassen, bleibt unterm Strich eine gelungene Knobelei für zwischendurch.
| | | | Titel: Crazy Machines 2 | Preis: zirka 30 Euro | | Publisher: dtp Entertainment AG | Hersteller: Fakt Software | | Genre: Knobelspiel | Release: Im Handel | | | | | | Ähnliche Spiele: Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging |
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