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"Dark Souls": Der Tod als Dauergast

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Der Tod als Dauergast

22.08.2011, 12:36 Uhr | Volker Bonacker

Dark Souls (Quelle: Namco-Bandai)

Dark Souls (Quelle: Namco-Bandai)

Wer "Demon's Souls" gespielt hat, erinnert sich vor allem an eines: Die ständige Angst vor dem digitalen Ableben seiner Spielfigur. Schließlich war der Schwierigkeitsgrad des PS3-exklusiven Rollenspiel-Hits nicht für Feierabendspieler zugeschnitten, sondern Zocker, die eine wirkliche Herausforderung suchten. Auf genau jenem Alleinstellungsmerkmal baut der inoffizielle Nachfolger "Dark Souls" auf, der neben der PS3 auch für Xbox 360 erscheinen wird. Mit einem kleinen Unterschied: Es wird noch härter. Wir haben uns auf der Gamescom in die Schlacht begeben - zumindest die wenigen Minuten, die wir sie lebend überstanden.

Ganz langsam...

Unsere Rückkehr in die Fantasy-Welt beginnt in einem düsteren Burggang. Die von den Entwicklern zur Verfügung gestellte Spielfigur ist offenbar der Kriegerklasse zugehörig. Das verrät zumindest die schwere Rüstung, die unsere Bewegungen verlangsamt, allerdings dafür sorgt, dass wir ein wenig mehr wegstecken können. Sowie der Schild, der alles andere als leichtgewichtig aussieht. Und der selbstverständlich stets oben gehalten wird. Denn wenn der Vorgänger eine Lektion gut gelehrt hat, dann diese: Wer hier unvorsichtig ist und unbedacht nach vorne stürmt, geht schneller drauf, als er "Verflucht!" brüllen kann.

… und Angriff!

Taktik ist gefragt. Und Strategie. Unsere sieht so aus: Langsam vorwärts bewegen, stets den Blick in die dunklen Ecken der Burg nicht vergessen, denn wer weiß schon, was hier noch alles lauert. Etwa der mannshohe Skelettkrieger, der plötzlich heranstürmt. Wir halten den Schild hoch, weichen seinem Angriff aus und kontern gleichzeitig mit einem mächtigen Schwerthieb. Der Treffer sitzt, der Gegner verliert umgehend ein Drittel seiner Lebenspunkte. Was allerdings bedeutet, dass wir zwei weitere Treffer anbringen müssen, ehe unser untoter Kombattant endgültig im Jenseits landet. Was dank der nach wie vor eingängigen Steuerung allerdings kein Problem ist: Ausweichen, zurückspringen, vorpreschen - das steuert sich gleich wie in Demon's Souls. Auch die Nachrichten-Funktion, die es anderen Spielern erlaubt, an jedem Punkt der Welt Informationen für andere Gamer zu hinterlassen, ist noch dabei. Einmal mehr werden die Tipps aus der Community also dafür sorgen, dass das eigene virtuelle Leben vielleicht noch ein paar Sekunden länger dauert.

Kein Weg vorgegeben

Neu ist dagegen, dass man seine Umgebung nun stärker erkunden kann und auch verstärkt alternative Routen finden, die am einen oder anderen Gegner vorbeiführen. So vermeidet man die Konfrontation und findet eventuell noch den nützliche Gegenstände. Die Spielwelt ist dabei wieder komplett offen und lässt dem Spieler zahlreiche Freiheiten.

Die Sache mit dem Wildschwein

Uns ausgenommen, denn wir stehen nun einem gigantischen Wildschwein gegenüber, das nicht nur turmhoch erscheint, sondern auch noch massiv gepanzert ist. Als ob das nicht genug wäre, stehen auf den Zinnen oberhalb der Sau auch noch Armbrustschützen und legen auf unseren Recken an. Wir weichen dem gigantischen Wildschwein also erst einmal aus, klettern auf die Mauer und erledigen die Schützen. Nun wäre es vermutlich angebracht, eilig hinter dem Schwein durchzuschlüpfen und Fersengeld zu geben. Aber wer weiß, vielleicht bekommen wir sie ja mit dem Feuerzauber, den unser Krieger beherrscht, gebändigt. Ein Treffer und ihre Lebenspunkte purzeln, sehr gut. Doch nicht gut genug, denn nun attackiert sie - und wir sind binnen Sekunden vernichtet. Der Tod, ein ständiger Begleiter.

Üben, üben, üben

Nicht anders ergeht es übrigens den Entwicklern bei der Präsentation des Levels "The Duke's Archives", einem gigantischen Bücherarchiv in einer Burg. Die Schlangen- und Oktopus-artigen Gegner sorgen dafür, dass auch die Macher des Spiels mit ihrem Werk zu kämpfen haben - und die Kämpfe ein ums andere Mal verlieren. Wer hier den digitalen Tod erleidet, muss sich also nicht schämen. Sondern sollte vielmehr an der eigenen Taktik feilen, mit Waffen und Zaubern experimentieren und so herausfinden, dass jeder Gegner Schwachpunkte hat - etwa eine bestimmte Waffengattung, auf die er besonders anfällig reagiert, wie im Fall des Wildschweins der Feuerzauber.

Fazit

Letztlich ist nämlich auch Dark Souls schaffbar. Die Lernkurve verläuft hier nur derart steil, dass Spieler, die sich erstmals mit dem Titel befassen, nicht um Frustmomente herumkommen werden. Wer sich dagegen auf das opulente Epos einlässt und am eigenen Können arbeitet, bekommt ein faszinierendes Rollenspiel-Erlebnis geliefert, das in Sachen Aufmachung und Gameplay seinesgleichen sucht. Schön, dass es noch derart eigenständige, sperrige Games gibt.

Titel: Dark Souls
Genre: Rollenspiel
Publisher: Namco-Bandai
Hersteller: From Software
Release: 07. Oktober 2011
Preis: Noch nicht bekannt
System: PS3, Xbox 360
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Einschätzung: Sehr gut


Volker Bonacker  

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