15.10.2008, 10:25 Uhr | Richard Löwenstein / vb
Spyro: Dawn of the Dragon (Bild: Sierra)Leider konzentrieren sich viele aktuelle Videospiel-Produktionen auf erwachsene Themen und vernachlässigen Ideen, die jüngere Gamer begeistern und im Idealfall deren Eltern zum mitmachen anregen. Umso willkommener ist ein Actionabenteuer wie der neue Teil aus der Spyro-Reihe, der gleichzeitig den Abschluss der The Legend of Spyro-Trilogie darstellt. Denn hier gelingt die Verquickung zwischen gut gemachter Unterhaltung für groß und klein, alt und jung.
Während sich die Kleineren ganz zwanglos mit dem Gameplay anfreunden, genießen Ältere die guten Ideen, ein temporeiches Spiel und nicht zuletzt überraschend gute Technik. Hier haben wir es mit einer aufwändigen Produktion zu tun, für die sich Hersteller Sierra mit dem französischen Spiele-Entwickler Étranges Libellules zusammen tat. Eine gute Wahl, denn das Team ist der Vergangenheit bereits durch liebevollen Umgang mit Figuren und Gameplay aufgefallen - zum Beispiel in der Film-Umsetzung Arthur und die Minimoys. Für The Legend of Spyro: Dawn of the Dragon ersinnen die Franzosen eine Handlung, die direkt an das Vorgängerspiel The Eternal Night anschließt.
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Spyro: Dawn of the Dragon (Bild: Sierra)Wir erinnern uns: dem jungen Drachenkämpfer Spyro gelingt im Finale der Sieg über den Affenkönig Gaul, doch gleich darauf werden er und seine Erz-Rivalin Cynder in einen Kristall eingeschlossen und unter einem Geröllhaufen begraben. Drei Jahre später setzt Dawn of the Dragon ein. Dem Paar gelingt die Flucht aus dem Kristall-Gefängnis, von nun an teilen die zwei ein Schicksal. Inzwischen hat ein böse Drache namens Malefor und sein dunkles Gefolge die Macht in Spyros Welt an sich gerissen. Folgerichtig macht sich Spyro umgehend auf die Socken, den Herrscher zu stürzen, und Drachendame Cynder schließt sich an. Nur gemeinsam können die beiden den schuppigen Schurken zur Strecke bringen. Um Malefor das Handwerk zu legen, müssen Spyro und Cynder eine wunderschöne Welt durchqueren, mal zu Fuß, häufig auch in der Luft. Die beiden müssen Rätsel lösen, Schluchten überhüpfen, Angreifer-Horden niederkämpfen. Reaktion und Timing stehen auf dem Prüfstand, auch Köpfchen ist gefragt. Die Heldenrolle wechselt auf Kommando von Spyro zu Cyner und zurück. Der Spieler erhält dadurch Zugriff auf ein vielseitiges Kampfsystem. Während Spyro angriffslustige Echsen mit Feuer-Atem und Eis-Attacken in die Flucht schlägt, macht Drachendame Cynder mit Wind- und Gift-Angriffen den Weg frei. All diese Fähigkeiten lassen sich stufenweise steigern. Das bringt Spieltiefe und Variation hinein, fast wie bei einem Rollenspiel, dennoch aber leicht zu begreifen.
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Spyro: Dawn of the Dragon (Bild: Sierra)Über Sieg oder Niederlage entscheidet oft das Teamplay. Gerade die ausgewachsenen Bossgegner, ausgesprochene Höhepunkte in diesem Spiel, lassen sich nur durch Einsatz intelligenter Angriffstaktiken in die die Knie zwingen. Man muss Schwachstellen herausfinden, das Timing abstimmen, dann Krallenattacken und Rammstöße anwenden und in Kombination einsetzen. Besonders spannungsreich, aber auch lustig entwickeln sich die Dinge im Koop-Modus. Hier arbeiten zwei Spieler zusammen, einer übernimmt die Kontrolle von Spyro, der andere über Cynder. Zu zweit kann man gemeinsam die komplette Geschichte erleben. Dann sind Leerlauf oder Langweile erst recht kein Thema mehr, denn Kulissen, Gegner und Herausforderungen wechseln häufig. Zudem fügen sich Grafik, Sound und Machart ineinander wie nur selten bei einer Videospiel-Produktion: Gerade eben noch überfliegen Spyro und Cynder üppige Wiesen und plätschernde Wildbäche, schon stürzen sie in tiefen Höhlen und düstere Katakomben, wo Zwielicht und Flüsse aus glühender Lava die Stimmung beherrschen. Die Stimmungen wechseln zwischen entspannt und konzentriert, zwischen atemlos und verträumt. Die Steuerung geht nach einer kurzen Trainingsetappe prima von der Hand. Und dass die Aufgaben vom Sprecher schön erklärt werden, passt zum guten Gesamteindruck wie Schuppen zum Drachenkleid.
Die Story von Gut und Böse ist erwachsen geworden. Das Gameplay hat Tiefe, die Optik zeigt sich realitätsnah und weniger roh als früher in der Spyro-Reihe üblich. Zusammen ergibt das ein drachenstarkes Actionabenteuer, das auch ältere Drachenlenker gut unterhält. Dennoch - und entgegen der USK-Empfehlung ab 12 Jahren - kommen auch Kinder von etwa neun bis elf Jahren mit dem Spielablauf klar. Einige Szenen wirken allerdings etwas gruselig. Bei noch Jüngeren sollten Eltern begleitend und erklärend eingreifen.
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Quelle: t-online.de
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