02.07.2010, 13:17 Uhr | Richard Löwenstein / vb
Katzen ohne Ende, klebrige Kugeln und erotische Avancen: Das sind nur einige Beispiele für die irren Konzepte und bizarren Elemente, die japanischeVideospiele antreiben. Was hierzulande tabuisiert wird, erfreut sich in Fernost größter Beliebtheit. Und auch Games mit Spielprinzipien ohne jeden Sinn und Verstand wandern dort über die Ladentheke. Japaner spielen verrückte Sachen. Denn was wir als skurril, total abgedreht und teilweise abstoßend empfinden, ist für den japanischen Videospieler der Alltag. In diesem Sinne: Willkommen im Land der unbegrenzten Gaming-Möglichkeiten.
Wenn man an Japan in Bezug auf Videospiele denkt, kommen einem meist bekannte Titel wie "Super Mario" oder "Final Fantasy" in den Sinn. Kein Wunder, denn diese Créme de la Créme des japanischen Videospiel-Marktes schwappt schließlich auch nach Europa und feiert bei uns große Erfolge. Was sich in den Händlerregalen im Reich der aufgehenden Sonne neben diesen Perlen aber noch alles tummelt, das lässt Europäer grübeln, schlucken und mit offenem Mund dastehen: Grabscher-Spiele, Dating-Simulationen direkt neben irren Titeln, in denen man die Rolle eines Moskitos übernimmt. Oder wo die Riesen-Echse Godzilla durch eine halbnackte 200-Meter-Bikinischönheit ersetzt wird. Abgedreht, und eindeutig zu japanisch für den deutschen Markt. Nur wenige deutsche Spieler würden wohl jemals Gefallen an solch verdrehten Konzepten finden. Aber schmunzeln, staunen und sich amüsieren, das kann man schon.
Doch nicht immer bleibt es bei der Auswahl in japanischen Videospiel-Läden beim Wundern und Staunen. Trommel-Automaten, Koch-Simulationen und virtuelle Wellness-Anleitungen zur Entspannung der Gesichtsmuskeln sind schräg – aber am allerliebsten gehen Japaner unter die Gürtellinie. In Videospielen leben sie ihre Fantasien aus, weil sie es in der Öffentlichkeit oder in ihrem Privatleben eher vermeiden. Hier muss man sich dann tatsächlich fragen: wo ist die Grenze des guten Geschmacks erreicht, und wie weit kann die Branche tatsächlich noch gehen? Warum ziehen Japaner eine virtuelle Freundin aus der Dating-Simulation "Love Plus" für DS beispielsweise einer echten Familie vor? Und was rechtfertigt die Entwicklung und den Verkauf einer Vergewaltigungs-Simulation? Die Antwort: Japan tickt anders. Nicht immer ganz sauber, aber auf jeden Fall unterhaltsam für Außenstehende.
Japanischen Humor muss man mögen – verstehen kann man ihn hingegen kaum. Und so ist es auch mit Spielen aus Nippon. Das Land der aufgehenden Sonne schiebt Jahr für Jahr die skurrilsten und verrücktesten Games auf den Markt, und wir können nur den Kopf schütteln. Trotzdem faszinieren und amüsieren die ungewöhnlichen Konzepte und Ideen immer wieder – und sei es nur, um sich zu vergewissern, dass man selbst doch noch - nach europäischen Maßstäben gemessen - alle Tassen im Schrank hat.
Richard Löwenstein / vb
M.K. schrieb:
am 4. August 2010 um 19:08:04
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Japano Games
Ich schon immer gewusst, dass die Japaner eine an der Klatsche haben.
Aber dewegen sind sie so beliebt die Spiele. Ich glaube
die Spiele kämen auch in Europa gut an, wenn man sich auf das abgedrehte der Japaner einlässt. Ich könnte das.
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