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Millionär in 300 Tagen: Geld verdienen mit Spielen

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Millionär in 300 Tagen

24.07.2009, 12:36 Uhr | Richard Löwenstein / vb

Geld verdienen mit SpielenGeld verdienen mit Spielen (Bild: Richard Löwenstein)Mit dem Entwickeln von Spielen binnen eines Jahres sagenhaft reich werden? Mit der richtigen Idee und klugem Marketing klappt das tatsächlich. Als Marktplatz dient das Internet. Und hier gibt es viele Verdienstmöglichkeiten. Mobile Geräte wie iPhone, DS und Konsorten wollen schließlich ebenso mit frischen Spielen versorgt werden wie PC oder die an die Online-Shops der Hersteller gekoppelten stationären Spielekonsolen. Das Erfolgsrezept klingt einfach: Man programmiert ein innovatives Spiel, verkauft es für einen geringen Betrag an Millionen Abnehmer in aller Welt, und schon klingelt die Kasse.

Tatsächlich gibt es genug Beispiele von kreativen Menschen, die innerhalb kürzester Zeit zu Reichtum gekommen sind. Aber: Nicht immer ist ein gutes Produkt auch ein Garant für schnelles Geld - man muss es auch bekannt machen und die Kundschaft dafür interessieren.

Kleinvieh macht Kohle

Tap Tap RevengeTap Tap Revenge (Bild: Tapulous)Vor allem mit Software für iPhone und iPod touch lässt sich momentan tatsächlich viel Geld verdienen. Grundlage dafür ist die genial-einfache Handhabung der Geräte. Sämtliche Spiele und Anwendungsprogramme - kurz "Apps" genannt - lassen sich einfach und direkt über den App Store herunterladen. Man kann sie schnell über den Touchscreen auswählen, und Minuten später ist die Software installiert. Das verführt zum schnellen Kauf, zumal die Preise erschwinglich sind. Das Strategiespiel iShoot beispielsweise, seit Oktober 2008 zum Preis von 2,40 Euro im App Store verfügbar, beschert dem US-Autor Ethan Nicholas innerhalb von fünf Monaten rund 300.000 Downloads. Da der Zuspruch weiter anhält und ein Nachfolger bereits entwickelt wird ist, ist der Sprung über die Millionen-Grenze nur noch eine Frage der Zeit. Das zum Preis von 2,40 Euro erhältliche Knobelspiel Enigmo hat sich ebenfalls als Goldgrube für seinen Entwickler Brian Greenstone entpuppt: Mehr als 800.000 Stück davon wurden mittlerweile verkauft.

Goldgrube App Store

I Am Rich Armin HeinrichI Am Rich (Bild: Armin Heinrich)Theoretisch kann diesen Erfolg jeder wiederholen. Denn wer will und kann, darf eigene Applikationen für iPhone oder den iPod Touch schreiben. Die Entwicklungssoftware samt Schulungsvideos ist kostenlos, für den Zugang zum App Store allerdings erwartet Apple einen Obulus von 99 US-Dollar pro Jahr. Dreißig Prozent des in Dollarschritten einstellbaren Verkaufspreises für ein kostenpflichtiges Game gehen an Apple, der Rest gehört dem Entwickler. Apple prüft Code und Inhalt und stellt das Game danach im App-Store live. Dort taucht es in einer Liste auf, die Neuerscheinungen nach Namen und Datum sortiert. Anschließend gilt das darwinsche Prinzip: Entweder man schafft es in die Top-100-Liste, oder das Game verschwindet nach wenigen Tagen von der Bildfläche und muss dann über die Suchfunktion recherchiert werden. Einzige Ausnahme sind zwei von Apple nach undurchsichtigen Kriterien gepflegte Empfehlungslisten (im Deutschen kurioserweise mit "Neu" und "Topaktuell" betitelt), die besonders kreative Highlights aufführen.

Kreativität ist Trumpf

Ist Millionär zu werden also ein Kinderspiel? Nein. Denn die Hürden sind trotz allem recht hoch. Ohne Programmierer-Kenntnisse hilft die beste Idee nichts. Und die Konkurrenz ist groß und schläft nicht. Allein für iPhone und iPod touch gibt es inzwischen rund 65.000 Programme, davon allein 13.000 Spiele. Dabei hat Apples Online-Laden am 11. Juli gerade mal den ersten Jahrestag gefeiert. Hier ein neues Produkt an den Mann zu bringen, kommt dem Versuch gleich, die Lottozahlen zu erraten. Der Shareware-Markt für PC und Heimcomputer tut sich da noch schwerer, denn die Downloads sind in der Regel kostenlos. Nach einer gewissen Testphase muss man sich in der Regel entweder kostenpflichtig registrieren, die Vollversion kaufen oder ähnliches - was nur ein geringer Bruchteil der Benutzer tatsächlich auch tun. Wer schnell reich werden will, sollte sich also schon eine besondere Strategien einfallen lassen und neue, ausgefallenen Idee bieten.

Fazit

Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht. Dazu ist der Softwaremarkt zu komplex, die Geschmäcker sind zu verschieden. Kreativität, Einfallsreichtum und Beharrlichkeit vorausgesetzt, kann das Internet aber immer noch eine Goldgrube für Entwickler sein. Das gilt besonders für günstige Games, bei denen man sich von der kreativen Spielidee angezogen fühlt. Wenn der Preis keine Anschaffungshürde ist, schlägt man als Kunde auch schnell einmal "nebenbei" zu. Einen Gewinner gibt es in jedem Fall. Beim iPhone wäre das zum Beispiel Apple. Seit Bestehen des App Store hat Apple 1,5 Milliarden Downloads verzeichnet, das US-Unternehmen bekommt 30 Cent von jedem Dollar Umsatz.



Richard Löwenstein / vb  

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