vom Mon Sep 28 11:23:23 CEST 2009 | Richard Löwenstein / tz / jr
Das Genre der Online-Rollenspiele besteht nicht nur aus World of Warcraft. Die Auswahl wird immer reichhaltiger. Gerade im Aufwind ist das Fantasy-Rollenspiel Aion. In seinem Ursprungsland Südkorea hat Aion innerhalb eines knappen Jahres nach Start mehrere Million Menschen für sich begeistert. Jetzt will Hersteller NC Soft auch Europa erobern. Ein schwieriges Unterfangen, denn der Erfolg in Fernost ist schwer zu erklären. Der Reiz des Neuen fehlt - eigentlich macht Aion auf den ersten Blick kaum etwas anders als WoW.
Oder vielleicht doch? Die Story gefällt jedenfalls: Als Gott Aion den Planeten Atreia und seine menschlichen Bewohner formt, plant er das perfekte Utopia. Die Draken - eine drachenähnliche Rasse mit übermächtigen Fähigkeiten - sollen über das Wohl der Menschen wachen. Doch die kehren sich bald gegen ihren Herren, aus den Schutzbeauftragten, die sich fortan die Balaur nennen, wird der größte Feind.
Nur die Daeva können den Balaur Paroli bieten. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Menschen, die von Aion mit speziellen Fähigkeiten gesegnet sind. Bevor man selbst im Kreise vieler tausend Mitspieler an dem immerwährenden Gefecht teilnehmen darf, entsteht per Charakter-Editor eine Heldenfigur. Gesicht, Körperbau und Geschlecht lassen sich individuell bestimmen, als Rasse darf man sich die Elyos oder die Asmodier entscheiden. Die Wahl der Klasse fällt leicht, denn es stehen nur Späher, Krieger, Magier oder Priester zur Wahl. Mit fortgeschrittener Erfahrung darf man eine von zwei Spezialisierungen pro Klasse wählen. So können Krieger als Templer oder Gladiator stärker draufhauen. Die ersten zehn Charakterlevel führen behutsam ins Gameplay ein.
Man pilgert von Quest zu Quest, wobei vor allem die kampfbetonte Machart an World of Warcraft erinnert - einen vergleichbaren Schwerpunkt in Sachen Beruf und Handwerk sucht man vergeblich. Auffällig wiederum die prunkvolle Ausstattung der Städte; schön auch die bisweilen sehr aufwändige Machart der Erzählung. Ab Level zehn eröffnet sich eine Questreihe, die den Aufstieg bis zum Level 50, also vom gemeinen Asmodier oder Elyos zum geflügelten Daeva, ermöglicht. Im Anschluss kann man fliegend an PvP (Spieler gegen Spieler)-Schlachten gegen die jeweils andere menschliche Fraktion teilnehmen. Auch Gefechte gegen die Balaur und spektakulär inszenierte Bossgegner stehen auf dem Plan. Die finden alle im Abyss - einer Art Zwischenwelt - statt. Lohn der Mühe: Abyss-Punkte, die die Anschaffung besonders guter Ausrüstungsgegenstände ermöglichen. Ein Konzept, das sich schon bei WoW bewährt hat und hier genauso konsequent durchgezogen wird.
Als Grafik-Motor kommt eine aufgebohrte Variante der Cry Engine 1 zum Einsatz, die seit 2004 schon das Actionspiel Far Cry ins rechte Licht rückt. Ihr Alter merkt man der Engine aber nicht an, Kulissen und Figuren überzeugen mit fantasievollem Design und herrlichen Details. An Zauber- und Kampfeffekten hat man sich mangels Vielfalt zwar schnell satt gesehen, in der Summe aber fasziniert der fernöstlich angehauchte Look.
Die sechs Berufe sorgen zwar für Abwechslung, sind aber nur eine nette Draufgabe. Ähnliches gilt auch für den Handel mit diesen selbst geschaffenen Waren. Im Grunde ist das Rollenspiel komplett auf Kampf und den Motivations-Schub durch große Siege gegen kolossale Kreaturen geeicht. Und natürlich das Erlebnis, solche Siege gemeinsam mit Mitspielern erreicht zu haben.
Unterm Strich bleibt Aion ein MMORPG - ein Online-Rollenspiel - ohne große Überraschungen, das aber World of Warcraft in vielen Punkten Paroli bietet. Eigene Verfeinerungen und Stilelemente motivieren zum Kennenlernen und Erforschen der Welt Atreia; und die Einsteigerfreundlichkeit verdient Lob. Leider fehlt ein kostenlose Download-Möglichkeit zum ausprobieren. Wenigstens ist im Anschaffungspreis von knapp 40 Euro ein kostenloser Monat enthalten. Danach fallen knapp 13 Euro Abogebühren pro Monat an.
Richard Löwenstein / tz / jr
schrieb:
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Bitte schreiben Sie eine Bemerkung.

Die Kommentare geben die Meinung des jeweiligen Verfassers wieder, die Deutsche Telekom AG distanziert sich daher von den Inhalten der Kommentare.
Der Verfasser ist einverstanden, dass sein Kommentar in die Webseiten der Deutschen Telekom AG (v.a. in den Portalen von t-online.de) eingestellt und dort zum Abruf bereitgehalten wird. Er räumt der Deutschen Telekom AG hiermit das räumlich, inhaltlich und zeitlich sowie nach Abrufmengen unbeschränkte und unwiderrufliche Recht ein, seinen Kommentar in den Webseiten der Deutschen Telekom AG einzustellen, zu vervielfältigen, zum Abruf bereit zu halten und öffentlich zugänglich zu machen.
Außerdem sichert der Verfasser der Deutschen Telkom AG die Rechtmäßigkeit seines Kommentares zu und wird keine rechtsverletzenden sowie strafrechtlich relevanten Inhalte einstellen
Legen Sie die Burgen der Gegner mit dem Tribok in Schutt und Asche. Katapult Simulator
18 Mpx Spiegelreflexkamera inkl. 18-55 mm IS Objektiv für 779,- €..
Limitierte Ingersoll-Automatikuhr für echte Männer jetzt günstiger.
In "Formula Fast 3D" schon jetzt die neuen Strecken der Formel 1 Saison fahren. Formula Fast 3D