01.08.2011, 16:52 Uhr | jr / ams
Diablo 3 (Quelle: Blizzard)
Wie Hersteller Blizzard bestätigt hat, soll es im kommenden Rollenspiel-Blockbuster Diablo 3 ein Auktionshaus geben. Dort wird nicht nur mit der internen "Gold"-Währung gehandelt, sondern die Spieler können auch virtuelle Gegenstände, die im und für das Spiel nützlich sind, erstehen. Sogar komplette Charaktere sind im Angebot. Dafür dürfen die Kunden dann gern auch echtes Geld investieren. Damit der Profit aus den dort ablaufenden Geschäften auch in den richtigen Taschen landet, platziert Blizzard im Auktionshaus zwar keine eigenen Angebote, streicht aber bei jeder dort stattfindenden Transaktion - auch bei möglichen "Sofort kaufen"-Geschäften - eine Gebühr ein.
Der Handel mit Gegenständen war bereits in Diablo 2 ein gut gehendes Geschäft. Das machten allerdings inoffizielle Händler, die erbeutete Waffen, Tränke, Rüstungen und magische Items gegen ordentlich Asche auf eBay verkauften. Diese gegen die Spielregeln verstoßende Schattenwirtschaft quittierte Blizzard seinerzeit mit der Löschung von Spieler-Accounts, konnte das Phänomen aber nie ganz unterbinden. Nach Angaben des für das Spieldesign zuständigen Executive Vice President Rob Pardo will man jetzt aus der Not eine Tugend machen und exklusiv den Rahmen für Handelsgeschäfte im Online-Rollenspiel setzen. Er sicherte zu, dass der Zahlungsverkehr im Auktionshaus komplett anonym und sicher ablaufen soll. Um das Geschäft anzufeuern, will Blizzard gelegentliche gebührenfreie Tage einführen.
Da Blizzard in Diablo 3 die zuvor in der Diablo-Reihe für die Aufrüstung des Spiel-Charakters wichtigen Talentpunkte gestrichen hat, nimmt die Bedeutung einer guten Ausrüstung stark zu. Das gilt insbesondere für Rollenspieler, die das Spiel im Hardcore-Modus angehen. Die besondere Schwierigkeit besteht hier darin, dass im Fall des Heldentodes dessen Ausrüstung endgültig verloren ist. Ausgerechnet die Hardcore-Recken bekommen dann auch nach jetziger Planung keinen Zugang zum Auktionshaus, wahrscheinlich, um zusätzlichen investitionsfrust für den Fall des Avatar-Ablebens zu vermeiden.
Rob Pardo gab gleich noch eine wichtige Neuerung bekannt. Wer Diablo 3 spielen will, muss nicht nur zur Authentifizierung beim Start des Games, sondern ständig online sein. Begründet wurde das mit der Vielzahl an Verbesserungen und zusätzlichen Funktionen, die Diablo 3 für den Online-Dienst "Battle.net" mitbringen würde. Diese würden ständig gepflegt und machten eine "Always on"-Verbindung ins Internet notwendig. In Wahrheit dürften vor allem Kopierschutz-Fragen für diese Entscheidung ausschlaggebend gewesen sein. "Diablo 3" wird für den PC und Apples Mac entwickelt. Ein Releasetermin steht noch nicht fest, der Betatest soll im August dieses Jahres beginnen.
jr / ams
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