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Playstation Vita: Sonys Handheld-Wunder

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Playstation Vita: Sonys Handheld-Wunder

27.01.2012, 12:04 Uhr | Volker Bonacker

Playstation Vita (Quelle: Sony)

Playstation Vita (Quelle: Sony)

Stärker, schneller, besser: Der Deutschland-Start der Playstation Vita am 22. Februar naht und Sony kündigt nicht weniger als die Revolution des mobilen Spielens an. Wir haben uns vor Ort davon überzeugt, was dran ist am neuen Handheld. Im Rahmen einer Präsentation bat Sony in Köln, selbst Hand anzulegen und auszuprobieren, was die Vita alles kann. Nach wenigen Minuten mit dem Power-Handheld wird klar: das ist eine ganze Menge. Wir haben diverse Launch-Titel probegespielt und stellen die Hardware (Foto-Show) sowie die zum Start verfügbaren Games (Foto-Show) vor.

Außer Konkurrenz

Schon die technischen Details sind für Handheld-Verhältnisse atemberaubend: Herzstück der Vita ist ein Vierkern-Prozessor, der auf 512 Megabyte Arbeitsspeicher und 128 Megabyte Grafikspeicher zurückgreifen kann. Der fünf Zoll große OLED-Bildschirm stellt bei einer Auflösung von 960x544 Pixeln stolze 16 Millionen Farben dar und ist ebenso wie die Rückseite der Vita per Touch-Steuerung bedienbar. Zwei Kameras finden sich am Handheld, je eine auf Vorder- und Rückseite. Und als ob das noch nicht ausreichen würde, reagiert die Vita auch auf Bewegungen: Ein Sechs-Wege-Sensorensystem - gleich dem Sixaxis-Controller der PS3 - sorgt dafür, dass sich Games auch über Neigen und Vor- oder Zurückbewegen des Handhelds steuern lassen. Wer's lieber klassisch mag, findet mit den zwei Sticks sowie D-Pad und Buttons samt Schultertasten sämtliche Controller-Funktionen vom bekannten PS3-Pad vor. Kurz: Hier hat Sony wirklich ganze Arbeit geleistet und erfüllt nahezu jeden denkbaren Anspruch. Was die Vita in Sachen Hardware-Power bietet, sucht auf dem Mobile Games-Markt seinesgleichen.

Angenehme Handhabung

Das Handling gestaltet sich angenehm: Mit 260 Gramm wiegt die Vita deutlich weniger, als man bei einer Größe von rund 18x8 Zentimetern erwarten würde. Zudem liegt das Gerät angenehm in der Hand, auch dank zweier rückseitig angebrachter Einbuchtungen, die krallende Finger gut erfassen. Bedient wird das Menü über Berührungen des Bildschirms, das Layout der einzelnen Buttons kennt man von iPhone und Co. Wer in den letzten Jahren ein Smartphone erworben hat, findet sich hier binnen Sekunden zurecht. Bis zu 100 Apps und Games können auf mehreren Screens abgelegt werden.

Allein oder in der Gruppe

Auf dem Startbildschirm findet sich zunächst alles, was man für den Einstieg benötigt: Webbrowser, Bilder, Playstation Network, Messaging- und Party-Funktionalität sowie das Begrüßungscenter. Hier wird Neulingen in fünf Minispielen erklärt, was die Vita so kann. Über die "Near"-Funktion besteht die Möglichkeit, die Umgebung nach weiteren Vita-Spielern zu durchsuchen, sie einzuladen oder ihnen Items zu schenken. Die Trophäen-Belohnungen haben ebenfalls eine eigene App erhalten, denn sowohl bereits gesammelte PS3-Trophäen als auch Vita-Belohnungen fallen nun zusammen. Wer bereits eine PS3 besitzt, loggt sich ganz einfach mit seinem bestehenden Account ein und sammelt weiterhin eifrig Erfolge. 

Wer gerne mit anderen Vita-Besitzern kommuniziert, kann das via Sprachchat in einer sogenannten Party tun. Bis zu acht Spieler können daran teilnehmen, das Feature funktioniert auch, wenn während der Chats verschiedene Games auf den jeweiligen Systemen gespielt werden. Darüber hinaus bietet die Vita auch umfangreiche Social-Media-Angebote: Skype, Facebook, Twitter, Flickr und Foursquare stehen vom Start an zur Verfügung. Wer die Dienste häufig von unterwegs nutzt, sollte hier klar der Version mit zusätzlicher 3G-Mobilfunkanbindung den Vorzug geben, die 299 Euro kostet und damit 50 Euro mehr als das Vita-Modell, mit dem nur per WLAN online gehen kann.

Das Vodafone-Angebot

Grundsätzlich funktioniert zwar jede Simkarte mit der 3G-Version Vita, Sony hat jedoch in Zusammenarbeit mit Vodafone auch ein Angebot für Gamer auf die Beine gestellt. Zunächst wird jeder 3G-Vita eine Vodafone-Simkarte beiliegen, die einige Stunden lang die kostenlose Nutzung der Datenstreaming-Angebote ermöglicht. Danach wird zur Kasse gebeten. Wer vom Start an zum Vodafone-Angebot greifen will, erhält die Vita für rund 50 Euro und bezahlt anschließend vertragsgebunden rund 20 Euro monatlich über einen Zeitraum von 24 Monaten. Das ergibt insgesamt zwar deutlich mehr als 299 Euro, allerdings ist in Betracht zu ziehen, dass zehn der 20 monatlichen Euro für die Vita aufgewendet werden und die verbleibenden zehn Euro an Vodafone gehen - somit erhält man die Vita zum üblichen Preis und eine Online-Anbindung mit Inklusiv-Volumen von 300MB. Die einmalige Anschlussgebühr beträgt 29,99 Euro. Gratis gibt's für Vodafone-Käufer eine 8GB große Speicherkarte sowie das Racegame "Wipeout 2048". Größere Datenvolumen sind gegen Aufpreis ebenfalls erhältlich.

Auswahl satt - bei entsprechendem Speicherplatz

Sind derartige Fragen geklärt, kann die Vita abseits zahlreicher Features vor allem eines: Spielspaß liefern. Damit Sony zum Start nicht wie Nintendo mangels Software-Nachschub in Bedrängnis kommt, stehen ab dem 22. Februar nicht nur zahlreiche Games von Sony und Dritthersteller-Titel zur Verfügung, sondern auch der komplette PSN-Katalog. Sämtliche Titel der Reihen "Mini" und "Essentials" können heruntergeladen werden, insgesamt warten mehr als 600 Games. Sony selbst liefert sechs Spiele zum Start ab, andere Publisher 16 weitere und sechs, die als Download-Only-Version zur Verfügung stehen.

Schön: Jedes für Vita erscheinende Spiel steht nicht nur im regulären Handel, sondern auch als Download bereit. Wer will, lädt neue Games also einfach auf die Speicherkarte. Diese kommen exklusiv von Sony in drei Größen: für 21 Euro gibt's vier Gigabyte, 35 Euro werden für die acht Gigabyte große Karte fällig und 16 Gigabyte schlagen schließlich mit 49 Euro zu Buche. Diese Preise ruft zumindest der Online-Händler Amazon derzeit ab. Bekannt ist auch, dass es im Gegensatz zu Japan keine 32GB großen Karten geben wird - ein Import ist allerdings möglich. Denn 16 Gigabyte sind mitunter schnell voll, zieht man in Betracht, dass allein Uncharted: Golden Abyss rund drei Gigabyte groß ist.

Von Schatzjägern und Raumgleitern

Von der Theorie in die Praxis - und hier trumpft Sony auf. Nach wenigen Spielminuten will man die Vita eigentlich nicht mehr weglegen. Zu schön sieht erwähntes "Uncharted" aus, in dem man Nathan Drake in gewohnter Manier durch die Gegend kraxeln lässt oder über den Touchscreen Hindernisse wegräumt. Was den Look des Action-Abenteuers betrifft, steht man der "großen" Version für PS3 in kaum etwas nach. Hier zeigt sich eindrucksvoll, welche Grafikpracht die Vita darzustellen vermag. "Escaple Plan" nutzt derweil die beiden Touchscreens des Handhelds voll aus: Hier muss über diverse Bildschirmaktionen einem unbeholfen wirkender Charakter zur Flucht verhelfen. Was einfach beginnt, wird mit wachsendem Aktionsspektrum zu einer herausfordernden Geschicklichkeitsprüfung, bei der flinke Finger Pflicht sind. Klassische Racegame-Action bietet dagegen "Wipeout 2048". Wer die Serie kennt, weiß, was hier wartet: Highspeed-Rennen mit feuerkräftigen Raumgleitern zu stampfenden Beats, das Gesamtpaket verpackt in einen eindrucksvollen Science-Fiction-Look. Ebenso "Super Stardust Delta", das zunächst als Zwei-Stick-Shooter daherkommt, allerdings dank Sixaxis-Fähigkeiten der Vita auf ganz neue Art gesteuert wird.

Die schnelle Runde zwischendurch

Vom Anspruch her eher für Gelegenheitszocker geeignet sind Games der Marke "Little Deviants", "Everybody's Golf" oder "Modnation Racers". Die drei bieten von kurzweiliger Rätselei mit einem Ball über klassisches Golf-Gameplay bis Spielzeugauto-Rennen alles, was das Spiel für unterwegs ausmacht: ein leichter Einstieg gepaart mit unterhaltendem Spielprinzip und der Möglichkeit, jederzeit auszusteigen, ohne etwas Elementares zu verpassen. Anspruchsvoller und vor allem stylischer ist "Gravity Rush". Hier springt und prügelt man sich fernab jeder Bodenhaftung mit seiner Spielheldin durch die einzelnen Level und macht sich dabei vor allem die Bewegungssteuerung der Vita zunutze. In Sachen Innovation und einzigartigem Look liefert Sony hier einen Geheimtipp ab. Wer die Augmented Reality-Funktionen, über die die Vita natürlich auch verfügt, nutzen will, greift dagegen eher zu "Reality Fighters", dass die Umgebung des Spielers zum Kampfplatz macht. Oder zu einer der sechs AR-Karten, die jeder Vita beiliegen. An Auswahl mangelt es wahrlich nicht, hinzu gesellen sich schließlich noch zahlreiche Games anderer Hersteller.

Kleinere Mankos

Für ein Fazit fehlt derzeit noch der Alltagstest: Wie lange hält der Akku, wie schnell hat man seine 16GB große Speicherkarte voll und wie funktioniert die Zusammenarbeit von PS3 und Vita? Immerhin zu letzterem hat Sony interessante Ideen: Vita-Spiele können statt auf der Speicherkarte auch einfach auf der Festplatte der PS3 abgelegt und später von selbiger geladen werden. Das soll auch mit PC und Mac als Speicherstation funktionieren. Bleibt lediglich die Größe des Handhelds als kleines Manko, denn in die Hosentasche passt die Vita kaum - es sei denn, man steigt auf 90er-Jahre-Look und Baggypats um. Außerdem sind Buttons und Sticks im Vergleich zum PS3-Pad in der Größe reduziert - Spieler mit mächtigen Pranken dürften die Bedienung der Knöpfe manchmal zu hakelig finden.

Letztlich muss sich jeder Interessent die übliche Frage stellen: Lohnt die Anschaffung zu diesem Preis? Sicher ist: 249 beziehungsweise 299 Euro wirken zunächst alles andere als preiswert - bekommt man doch sämtliche aktuellen Konsolen für weniger Geld. Allerdings übersieht man so, dass die Vita die Leistung der stationären Geräte bietet - und das zum mitnehmen. Plus Bewegungssteuerung und Touchscreen. Zieht man die Menge an Technik in Betracht, die in dem Gerät steckt, wirkt der Preis nicht unrealistisch hoch.

Fazit

Ob die Vita die Revolution des Mobile Games-Marktes einläuten wird, bleibt abzuwarten. Ein heißes Eisen und vor allem interessantes Stück Technik für Gadget-affine Zocker hat Sony damit aber allemal in petto. Dass man in Sachen Software sowohl Core-Gamer als auch Gelegenheitsdaddler zufrieden stellen will, versteht sich beinahe von selbst. Sollte sich der Preis nicht als Stolperstein erweisen und die Vita auch im Alltag überzeugen, steht außer Frage, dass Sony der Konkurrenz von Apple und Nintendo zeigen wird, wie mobiles Spielen im Jahr 2012 auszusehen hat.

Titel: Playstation Vita
Hersteller: Sony
Release-Termin: 22. Februar 2012
Preis: 249 Euro (WiFI-Version) / 299 Euro (3G/WiFi-Version)
Einschätzung: Sehr Gut


Volker Bonacker  

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Kommentare (1)

zum Forum

Thema: "Playstation Vita: Sonys Handheld-Wunder"

Chris schrieb: am 30. Januar 2012 um 20:51:13
(0) (0) Volumentarif-Vertrag?
Gut, dass es auch eine WLAN-Version gibt. Muss ich denn für meine Handheld-Konsole einen Vetrag mit einem
Mobilfunkanbieter abschließen? Denn egal, wie der Vertrag gestaltet ist, Volumentarife sind immer gefährlich ohne "Kosten-Airbag" und sind bei solchen App-basierten Systemen, wo theoretisch jede App beliebig ins Web kann, noch gefährlicher. Vielleicht wird das die erste Konsole, die ich mir zulege. Mal sehen.
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