07.02.2011, 11:17 Uhr | Stefan Mayr / jr
Eine faszinierende Spielwelt mit tollen Ideen und eine Hauptfigur namens Blob, die das Herz von Alt und Jung im Sturm erobert: das ist die Essenz des Jump'n'Run-Spiels "De Blob" für Wii aus dem Jahr 2008. Jetzt stellt Hersteller THQ den Nachfolger "De Blob 2" für PS3, Xbox 360, Wii und DS an den Start. Und will damit zeigen, dass man noch immer weiß, wie kunterbunter Spielspaß auszusehen hat. Denn auch De Blob 2 soll mit innovativer Optik und dem bewährten Spielkonzept punkten, bei dem man mit Farbklecksereien aus der mausgrauen Welt schnell eine farbenprächtige Landschaft zaubert.
Zur Story: Eigentlich sollten die Bewohner von Prisma City ihren neuen Bürgermeister wählen. Doch anstelle von guter Laune und strahlendem Sonnenschein bestimmt grenzenlose Leere und ein alles einlullender Grauschleier die Szenerie. Diese Farblosigkeit lähmt die Bürger so sehr, dass sie ihre Behausungen nicht verlassen können. Schuld an dieser Misere ist Ober-Bösewicht "Genosse Schwarz". Er hat die einst so lebendige und bunte Metropole ihrer Farben beraubt und ist drauf und dran, seine "Grauzone" sogar noch zu erweitern. Doch der Retter in Gestalt des geheimnisvollen Farbteufels und Protagonisten Blob steht parat. Zusammen mit seiner fliegenden Freundin Pinky tritt der saugstarke Held an, um der Entfärbung von Prisma City entgegenzuwirken. Das Ziel: Schwarz ausschalten und der Welt wieder einen frischen Anstrich verpassen. Doch bevor der Spieler dank leicht zugänglicher und präziser Steuerung pixelgenau in Farbtöpfe eintaucht, um anschließend wie Picasso zu Werke zu schreiten, gibt’s erstmal eine kurze Einführung. Danach stellt man die Empfindlichkeit der frei justierbaren Kamera ein, und das Abenteuer beginnt.
Neben der Stadt wurden auch die Bewohner von Prisma City ihrer Farbe beraubt. Um die sogenannten Gräulinge zu befreien, muss Blob die Fassaden ihrer Häuser wie schon im Vorgängerspiel neu einfärben. Die dafür nötige Technik ist simpel: Auf Tastendruck taucht der Held aus einer isometrischen Draufsicht in ein Farbbecken ein, saugt sich schwammartig voll und rollt anschließend drauflos. Da staunt der Spieler nicht schlecht, wie jedes passierte Objekte innerhalb der Spielwelt im Handumdrehen in neuem Glanz erstrahlt. Gleichzeitig werden Erinnerungen an Kindertage wach: Endlich mal wieder so richtig rumsauen! Einfach großartig, nicht zuletzt, weil entspannende Jazz-Musik die "Jetzt wird’s bunt"-Stimmung prima unterstützt. Allzu viel Zeit bleibt für die Klecksereien allerdings nicht. Jedes Level muss innerhalb eines bestimmten Zeitlimits absolviert werden. Stört anfangs wenig, bringt Genre-Neulinge in späteren Levels jedoch gehörig ins Schwitzen. Aber keine Sorge: Wer auf den einfachen Schwierigkeitsgrad wechselt, schaltet auch die tickende Uhr ab.
De Blob 2 überzeugt erneut mit seiner eigenwilligen, aber durchaus charmanten Präsentation. Die Aufgaben in Prisma City und Umgebung sind vielfältig und fordern mitunter auch Köpfchen. Auch die hübsch gerenderten Videosequenzen machen angesichts der unkonventionellen Protagonisten Spaß.
Eine deutsche Sprachausgabe hat De Blob 2 leider nicht bekommen - lediglich deutsche Texte, die aber gerade jüngere Zielgruppen ausgrenzen. Wer mit Zeitlimit spielt, sollte sich zudem auf zum Teil sehr happige Begrenzungen gefasst machen.
Wer das erste De Blob mochte, wird auch mit De Blob 2 nichts falsch machen. Leider hat sich für einen wirklich innovativen Nachfolger dem Anschein nach etwas zu wenig in der Welt von Blob und Pinky getan. Trotzdem: Hüpfspiel-Fans und Farbfetischisten sollten sich den 25. Februar vormerken.
Einschätzung: Gut
Quelle: Richard Löwenstein
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