26.01.2012, 16:05 Uhr | Sabine Schischka (jr / tz)
Die Reiter der Apokalypse galoppieren wieder. Nachdem im Action-Abenteuer "Darksiders" der grobschlächtige Krieg beschuldigt wurde, frühzeitig die Apokalypse auf der Welt eingeleitet zu haben, will sein Bruder Tod in "Darksiders 2" die Sache nun wieder richten. Zeitlich parallel zum Rachefeldzug von Krieg durchpflügt der Schnitter die Unterwelt, um die Apokalypse rückgängig zu machen und eine gigantische Verschwörung aufzudecken. Seine Waffen: messerscharfe Sensen, brachiale Streithämmer, hinterhältige Schusswaffen. Sein Stil: lautlos, geschmeidig, ästhetisch - und tödlich. Denn wenn Tod seine Sensen auspackt, hat die Unterwelt nichts mehr zu lachen.
Ein bisschen skurril ist Entwickler Vigil Games‘ Verständnis von Tod ja schon: Ein hageres Bürschchen in hautengen Lederhosen, mit nacktem Oberkörper, einer Totenschädel-Maske vor dem Gesicht und langen, filzigen Haaren tritt einem da entgegen. In diesem Outfit könnte der Kerl gerade eben noch mit der Nu-Metal-Band “Slipknot“ auf Tournee gewesen sein und neben Lead-Gitarrist Mick Thomson in die Saiten gehauen haben. Aber für so was hat der apokalyptische Reiter nun wirklich keine Zeit. Vielmehr macht sich Tod in der Unterwelt daran, die Apokalypse auf der Welt ungeschehen zu machen.
Die Oberfläche - also das zerstörte New York, in dem Kriegs Rachefeldzug tobt - erreicht Tod niemals. Platz genug ist aber auch so. Die offene Welt der Hölle soll zirka vier Mal so groß sein wie im Vorgängerspiel und selbst die erste der insgesamt vier Zonen schon mehr Kerker beherbergen, als Krieg in seinem gesamten Abenteuer besuchte. Zudem konnten sich die Designer in der Unterwelt massiv austoben und Welten kreieren, die jeder Beschreibung spotten: fleischige Schächte, von Aas bedeckte Gänge, giftig-grün leuchtende Höllenschlunde und schwebende Schlösser, die von in Ketten gelegten Drachen durch die Luft gezogen werden, geben ein umwerfend schräges Umfeld ab. Klingt aber auch nach verdammt viel Arbeit? Allerdings! In knapp 60 Spielstunden soll Tod seine Aufgabe erfüllen - und die geht der blasse Schnitter vollkommen anders an als sein brachialer Bruder.
Tod ist wendiger, agiler, klettert gar wie ein Ezio Auditore aus Assassin's Creed an Wänden und Vorsprüngen entlang, weicht den Schlägen von Gegnern flink aus, statt sie zu blocken und fegt wie ein Wirbelwind mit seinen beiden Sensen durch Massen an Widersachern. Auf Knopfdruck bedient sich der apokalyptische Reiter auch Schwarzer Magie oder ruft notfalls sogar einen Schwarm Krähen herbei, der die Feinde durch Angriffe aus der Luft ablenkt. Will Tod sich einem einzelnen Gegner widmen, benutzt er eine Art Enterhaken, um den Widerling zum finalen Auseinandernehmen zu sich heranzuziehen. Je öfter er einen Treffer landet, desto effektvoller werden seine Angriffe. Wer gewaltfreie Familienunterhaltung sucht, ist hier fehl am Platz: Darksiders 2 wird ähnlich heftig wie sein Vorgänger und steuert geradewegs auf eine USK-18-Freigabe zu.
Um aus “Darksiders 2“ ein waschechtes Action-Abenteuer zu machen, stellen die Entwickler unter anderem Nebenmissionen zur Verfügung, die bei dämonischen Auftraggebern überall in der weitläufigen, offenen Unterwelt auf den Spieler warten. Nur gut, dass Tod direkt zu Spielbeginn auf sein untotes Reitpferd “Verzweiflung“ als Schnellreisesystem zurückgreifen kann, sonst hätte der Schnitter schon bald Blasen an den knochigen Füßen. Freilich kommen auch Knobelfüchse wieder auf ihre Kosten. Nahezu jeder Kerker der Unterwelt besitzt gleich mehrere Schalter-, Schiebe- und Knopfdruck-Rätsel, die einen schön auf Trab halten. Nur Draufhauen wäre ja auch wirklich zu langweilig.
Vigil Games setzt eher auf kleine, aber merkliche Veränderungen bei Darksiders 2, die dem Spielprinzip deutlich mehr Tiefe und Abwechslung verleihen. Dazu gehört vor allem das fast schon zu einem Rollenspiel passende Level-Aufstiegssystem, diverse Nebenmissionen und allerlei unterschiedliche Rüstteile und Totschläger. Das Gameplay ist flotter und geschmeidiger als das des ersten Teils und abermals spektakulär in Szene gesetzt.
Grafisch gibt sich Darksiders 2 bislang solide, wird aber garantiert kein optischer Überflieger im Genre. Auch die drastisch verlängerte Spielzeit - rund 60 Stunden mit allen Nebenmissionen - muss erst beweisen, dass sie sich nicht künstlich in die Länge zieht.
Darksiders 2 setzt auf bewährte, gekonnt erweiterte und ergänzte Tugenden des Erstlings und macht damit garantiert nichts falsch. Wer auf solide Actionkost mit genau der richtigen Prise Rätsel und Rollenspiel steht, geht im Juni 2012 mit Tod auf die Reise.
Titel: Darksiders 2
Genre: Action-Adventure
Publisher: THQ
Hersteller: Vigil Games
Release: Juni 2012
Preis: zirka 60 Euro
System: PC, Xbox 360, PS3
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Einschätzung: Sehr gut
Quelle: Richard Löwenstein
trololoshenka schrieb:
am 7. Februar 2012 um 14:03:35
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Komm um lehre deine Kinde! Wenn du nicht weißt wie, beim hahaped empfehlt man's.
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n1 schrieb:
am 27. Januar 2012 um 12:39:10
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Darksiders 2
Eine Spielzeit von 60 Stunden ist nicht so üppig, daß man dies dauern erwähnen muss. Da bieten andere Spiel tielweise wesentlich mehr.
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