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PS Vita im Test: Kann Sonys neuer Handheld technisch überzeugen?

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Playstation Vita: Sonys neues Kraftpaket im Praxis-Test

22.02.2012, 13:15 Uhr | Volker Bonacker / jr

Playstation Vita (Quelle: Sony)

Playstation Vita (Quelle: Sony)

Nicht weniger als die Revolution des mobilen Spielens kündigt Sony zum Start des neuen Handhelds an. Kann die Playstation Vita den positiven Ersteindruck bestätigen, den das Gerät bei der Vorstellung in Köln gemacht hat? Wenige Tage nach der ersten Präsentation vor der Presse ist Sonys neues Handheld in der t-online.de-Spiele-Redaktion eingetroffen. Versehen mit Download-Codes für zahlreiche Games haben wir das Gerät auf Herz und Nieren getestet. Lohnt sich der Kauf? Und mit welchen Erwartungen und Einschätzungen gehen die Spieler an die Sache heran? Wir haben bei Twitter in die Runde gefragt: Hat die Vita das Zeug, die Konkurrenz nicht nur von Nintendo, sondern auch die Smartphone-Herausforderer Apple und Android in die Schranken zu verweisen?

Eine Frage der Software

Die einfache Frage lautete: Kaufen oder nicht - mit der Bitte um eine kurze Begründung für die getroffene Entscheidungen. Adressaten der Umfrage war die von Sony angepeilte Zielgruppe der 12- bis 29-jährigen Zocker. Das erste, große Pro-Vita-Argument, das sich dabei herauskristallisierte, ist das attraktive Start-Lineup. Wie Twitter-Nutzer "chemical_mcfly" und "SpielerA" anmerken, sieht das Spiel-Portfolio gut aus. Mit "Uncharted: Golden Abyss", "Wipeout 2048" und Download-Games vom Kaliber eines "Escape Plan" hat Sony für Videospiel-Afficionados definitiv vom Start weg einige Kracher in petto. Wer's nicht ganz so actionlastig braucht, wird ebenfalls bedient, etwa mit dem Jump'n'Run "Rayman Origins" oder der gelungenen Sportspiel-Umsetzung "Virtua Tennis 4". Doch wie lange hält der Nachschub an hochwertiger Software vor? Sonys Ankündigungen sind vollmundig und lassen hoffen, dass Käufern keine Dürreperiode wie zum Launch des Nintendo 3DS bevorsteht. Mehr als 25 Spiele direkt vom Start an, über 100 im Launch-Zeitraum und den kompletten PSN-Katalog mit über 500 Games in der Hinterhand will der japanische Spiele-Multi in die Waagschale werfen. Das wird von der Zielgruppe mit einer gewissen Skepsis begleitet: Außer "Uncharted" sei fast nichts Interessantes angekündigt, twittert "Wayosh".

Die Technik überzeugt

In einer Sache sind sich dagegen alle einig: Die Leistung der Vita beeindruckt. In Sonys neuem Handheld werkeln werkelt ein Quad-Core vom Stamme ARM 9 Cortex A9 mit zirka 1,4 GHz Takt, unterstützt vom ebenfalls vierkernigen Power VR-Grafikchip SGX543MP4+. Dazu kommen noch 512 MB RAM Arbeitsspeicher sowie 128 MB Video-RAM, die für ordentlich Dampf sorgen. Technik und Features bezeichnet "SpielerA" dann auch als top. Grafik, Crossplay-Möglichkeiten mit der PS3 und die Steuerung mit zwei Analogsticks überzeugen den Twitterer "DarkShonin". Wer die Liste der verbauten Vita-Features durchliest, kommt in der Tat zum Eindruck, dass Sony das Motto "Klotzen statt kleckern" verfolgt. OLED-Display im 16:9-Format mit fünf Zoll Bildschirmdiagonale (960 x 544 Pixel Auflösung, bis zu 16,7 Millionen Farben), zwei Touchscreens, zwei Kameras (leider nur mit 1,3 Megapixel Auflösung) und Sixaxis-Fähigkeiten sind nur der Anfang. Dass man die Konkurrenz damit ziemlich alt aussehen lässt, ist bei den Gamern angekommen. Doch reicht die überlegene Leistung allein schon als Verkaufsargument? Auch hier bleibt die Spieler-Community kritisch. So werden der fehlende HDMI-Ausgang und die Akkulaufzeit werden etwa von "SpielerA" bemängelt. Während ersterer tatsächlich nicht vorhanden ist, gibt's im Falle der Laufzeit Entwarnung: Die Vita hält auch nach fünf Stunden noch locker durch - vorausgesetzt, die Netzwerkverbindung ist nicht aktiviert. Wer nur Musik hört, kann das sogar bis zu neun Stunden lang tun. In dieser Hinsicht ist das Sony-Gerät dem in Sachen Akkulaufzeit eher schwachbrüstigen Nintendo 3DS überlegen. Leider kann man den Akku des Geräts nicht selbst tauschen.

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Features genutzt?

Doch nützt die beste Technik recht wenig, wenn Spieleschaffende sie nicht entsprechend ihrer Eigenheiten nutzen und Originäres damit erschaffen. "Einzelspieler" kritisiert via Twitter, dass Sony hier "halbgare PS3-Umsetzungen" liefert statt speziell angepasster Spielkonzepte. Stimmt's? Wir versuchen uns an "Uncharted: Golden Abyss", dem vermeintlich "kleinen" Bruder des PS3-exklusiven Action-Hits. Tatsächlich finden sich Serienkenner nicht nur binnen Minuten zurecht und in heimischen Gefilden, in Sachen Mechanik erinnert der Handheld-Ableger auch alle Nase lang an die PS3-Verkaufsschlager. Eine bloße Portierung im Kleinformat ist das Spiel dennoch nicht: Die Macher haben nahezu sämtliche Features der Vita berücksichtigt, etwa Steuerung via Sixaxis und Touchscreen oder Rätsel, die nur durch Berührungen auf dem Bildschirm gelöst werden können. Genau so wünscht man sich den Umgang mit der neuen Hardware: Statt zu versuchen, ein bislang erfolgreiches Konzept in ein Handheld zu zwängen, ist man also genau anders herum vorgegangen. Gut so und hoffentlich ein Vorbild für andere Vita-Entwicklungen.

Unterschiedliche Ladezeiten

Nicht zu Unrecht kritisiert werden derweil die Ladezeiten der Games. Denn für eine schnelle Runde in Bus und Bahn will niemand lange auf Ladebildschirme schauen. Erneute Probe in der Praxis, dieses Mal mit "Wipeout 2048": Während das Spiel selbst recht flott startet, dauert das Laden der einzelnen Strecken gerne mal ein oder zwei Bushaltestellen-Längen. Und damit zu lange, wenn man nur mal eben reinschauen will. Immerhin: In den USA ist für den Racer bereits ein Patch erhältlich, der die Ladezeiten um zehn bis 15 Sekunden verringern soll. Besser machen's "Little Deviants", "Rayman Origins" und "Virtua Tennis 4": Binnen weniger Sekunden ist man hier im Spiel. Wenn es denn läuft, kann man mit der schicken "Near"-Funktion mit Vita-Besitzern in der Nähe anbandeln, sich über die Spiele austauschen oder sogar per "Drag & Drop" zum Beispiel Kleidung und Credits hin- und herschieben. Die klassischen Multiplayer-Matches gegen Freunde in der Nähe oder online über das PSN gehören natürlich auch zum Standard-Repertoire. Und wer "Party" mag, kann sich außerhalb der laufenden Spiele per Text- oder Sprachchat austauschen.

Nicht für die Hosentasche

Die Vita selbst startet übrigens zügig und lässt sich ganz einfach per Knopfdruck in den Schlafmodus versetzen, woraus man das Gerät über ein Wischen quer über den Screen wieder hervorholt. Was das Hervorholen in physischem Sinne anbelangt: Ein Gerät für die Hosentasche ist die Vita wahrlich nicht. Mit 18 Zentimetern Breite und rund 8,5 Zentimeter Höhe und 1,9 Zentimeter Tiefe toppen die Maße jeden 3DS und alle Smartphones. Zwar wiegt das Gerät mit 280 Gramm verhältnismäßig wenig und hält sich entsprechend angenehm. Ob die Vita dennoch etwas für das leichte Gepäck ist und für Menschen taugt, die viel auf Reisen sind, wie Twitter-Nutzer "Icebox87" schätzt, muss jeder selbst entscheiden.

Die Sache mit dem Preis

Wer die Vita mitnimmt, sollte zumindest ein Case für das gute Stück haben, um Display und Touchscreen vor Kratzern zu schützen. Derartige Extras kosten - wie auch bei sämtlichen Konkurrenten - zusätzlich. 30 Euro sind für das "Travel-Kit" fällig, das neben einem Case für die Vita noch eine Schlaufe, einen KFZ-Adapter, ein Reinigungstuch und eine Schutzfolie enthält. Hier stellt sich die für viele Zocker wohl zentrale Frage, was eine Neuanschaffung betrifft: der Preis. 250 Euro werden für die Vita mit WiFi-Funktionalität fällig, wer zusätzlich noch via 3G-Feature mit Sim-Karte von unterwegs ins Netz will, bezahlt für den Handheld rund 300 Euro. Plus Aufschlag, denn eine Speicherkarte muss ebenfalls noch her, sofern man Speicherstände sichern will oder Inhalte aus dem Playstation Network (PSN) lädt. Da Sony hier ein eigenes Format anbietet, kann man zunächst nicht auf Drittanbieter zurückgreifen. Stattdessen werden für 4 GB Speicher rund 20 Euro, für 8 GB etwa 35 Euro und für 16 GB Speicherplatz stolze 50 Euro fällig. Was die Preisgestaltung der Spiele anbelangt, so liegt diese im Bereich zwischen 30 und 50 Euro. Wer zu den Download-Versionen der Titel greift, kommt etwas günstiger weg.

Viel Hardware fürs Geld

Hält der Preis der Vita potentielle Kunden vom Kauf ab? Hier herrscht Uneinigkeit. "SpielerA" sieht den Preis als Manko an, "DarkShonin" empfindet ihn als "derzeit zu hoch". Dem widerspricht "NeoNacho", der alles unter 300 Euro als "No Brainer" bezeichnet - eine Entscheidung, über die man nicht nachdenkt. Vom Start des Nintendo 3DS im vergangenen Jahr weiß man noch: Der Preis kann kaufentscheidend sein. Erst nach einer deutlichen Preissenkung auf 150 Euro gingen die Absatzzahlen in die Höhe. Der Vergleich mit Vita hinkt allerdings: Im Sony-Handheld steckt die bei weitem stärkere Hardware - und die hat eben ihren Preis. Davon abgesehen: Verschiedene Händler bieten das Gerät im Verbund mit Speicherkarten und Games an, was Geld spart. Wer etwa bei Amazon vorbestellt, bekommt ein stattliches Paket obendrauf: 8 GB Speicherkarte, Vorbesteller-Box mit Headset und PSN-Gutschein sowie 15 Euro Rabatt auf ein Vita-Spiel nach Wahl liegen bei - insgesamt eine satte Ersparnis von 90 Euro. Gamestop legt neben der Preorder-Box noch das Spiel "Little Deviants" obendrauf und macht Zockern ein "unmoralisches" Angebot: Wer einen 3DS mit zwei Spielen abgibt, bekommt die Vita in der WiFi-Version für gerade einmal 99 Euro. Kurz: Wer sich vor dem Kauf umschaut, findet gute Angebote.

Fazit

Was die Technik betrifft, ist Sony ohne Frage der Matchwinner. In Sachen Steuerung der Games bietet die Vita deutlich mehr als die Konkurrenz. Eine derartige Vielfalt an Eingabe-Möglichkeiten hat aktuell kein anderes Gerät. Verarbeitung und Handling sind tadellos, die Vita liegt angenehm in der Hand, lässt sich gut bedienen und macht einen wertigen Eindruck. Damit nicht genug: Die Vielfalt an Games zum Start ist sichergestellt, zumindest in den ersten Wochen nach dem Kauf wird keine Langeweile aufkommen. Wie es anschließend weitergeht, hängt davon ab, was Sony und die Dritthersteller zustande kriegen. Aufgrund der Leistungsfähigkeit der Hardware ist hier aber mit einigem zu rechnen. Im Feldversuch überzeugte das Gerät übrigens auch unsere weibliche Testspielerin - die Vita ist also keinesfalls nur etwas für männliche Spieler. Die Smartphone-Anbieter werden sich keine großen Gedanken machen müssen, denn die Vita spielt in einer anderen Liga und zielt auf Zocker, die auch beim mobilen Spielen Top-Qualität verlangen. Konsequenterweise will Sony mit großen Namen und packenden Erlebnissen für Begeisterung sorgen. Fokussiert man sich tatsächlich darauf, kann die Rechnung aufgehen.

Titel: Playstation Vita
Hersteller: Sony
Release-Termin: Im Handel
Preis: 249 Euro (WiFi-Version) / 299 Euro (3G / WiFi-Version)
Wertung: Sehr gut


Volker Bonacker / jr  

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Kommentare (13)

zum Forum

Thema: "PS Vita im Test: Kann Sonys neuer Handheld technisch überzeugen?"

Xander schrieb: am 12. März 2012 um 00:14:28
(3) (2) PS Vita
Glaube nicht das die neue PSP untergeht, da viele PS3 benutzer ihr Spiel beim Kacken ( PS 3 Remote Play ) Weiterspielen können

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unimatrixultima schrieb: am 3. März 2012 um 11:53:47
(2) (3) @Borg
So spricht kein wahrer Borg. Ihr Hauptspeicher muss defekt sein! Sie werden hiermit vom Kollektiv getrennt. Widerstand ist zwecklos! ^^

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Borg schrieb: am 23. Februar 2012 um 13:57:23
(9) (3) Andy und Andreas
Ich find dem Andreas' Argument nicht blöd. Muss man alles überall machen, und das auf viel zu kleinen Geräten? Ich
versteh bis heute Leute nicht, die dauernd mit Handys ins Internet gehen. Da kriegt man doch Augenplaque bei. Alles zu seiner Zeit scheint für viele heute nicht mehr zu gelten - ich halte es aber für einen Verkaufstrick, und für unausgeglichenes Gestresse. Hey, man kann sogar unterwegs aus dem Fenster gucken oder mit jemandem reden - sogar ohne Facebook
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