20.10.2010, 12:56 Uhr
Anfang der 90er Jahre suchte der Videospielehersteller Sega nach einem Maskottchen, das es mit Nintendos erfolgreichem Klempner Mario aufnehmen sollte. Zu den Vorschlägen der hausinternen Grafiker zählten unter anderem ein Hase, ein Hund und ein Gürteltier. Doch letztlich konnte sich ein Igel durchsetzen: Sonic, der seit fast 20 Jahren durch dutzende Games flitzt. Seine Karriere begann der stachelige Held in der Jump’n’Run-Trilogie Sonic the Hedgehog auf dem Mega Drive. Jetzt ist endlich Teil 4 des Sonic-Klassikers für Xbox 360, PS3 und Wii erschienen. Bewährtes Gameplay trifft auf moderne Technik - ob das gut geht?
Zunächst fällt auf, dass Sega es in Sonic the Hedgehog 4 bei der 2D-Perspektive belässt, was Fans der legendären Vorgängerspiele freuen dürfte. Und auch die Geschichte kommt Spiele-Veteranen mit Sicherheit bekannt vor. Der Bösewicht Dr. Robotnik hat unschuldige Tiere in eine Armee aus Roboter-Mutanten verwandelt. Sie sollen ihm helfen, sämtliche magischen Edelsteine - die so genannten "Chaos Emeralds" - auf dem Planeten Mobius einzusammeln. Mit ihrer Energie will er eine fliegende Festung bauen, die ihn unbesiegbar macht. Doch Sonic hat natürlich etwas dagegen. Rennend und springend befreit er nicht nur die Tiere aus ihrem sklavenhaften Soldatendasein, sondern macht auch Jagd auf Dr. Robotnik und schnappt ihm die Chaos Emeralds vor der Nase weg. Und das ganze sieht auch ohne 3D-Grafik sehr gut aus. Ob grüne Hügellandschaften, glitzernde Casinowelten oder altertümliche Labyrinthe mit "Indiana Jones"-Flair - die detailliert gezeichnete Grafik in HD-Auflösung macht den technischen Fortschritt der letzten 20 Jahre deutlich.
Eine große Stärke der Sonic-Spiele ist ihre hohe Rasanz, die auch in Sonic the Hedgehog 4 wieder vorhanden ist. In atemberaubendem Tempo flitzt Sonic durch Loopings und über Sprungschanzen, wirbelt durch die Lüfte und sammelt dabei goldene Ringe ein. Diese sind so etwas wie Sonics Lebensversicherung. Wird er von einem Gegner getroffen, verliert er nicht sofort ein Leben, sondern zunächst die bisher eingesammelten Ringe. Für hundert Stück von ihnen gibt es ein Extra-Leben, und wer am Ende eines Levels zumindest 50 Ringe auf dem Konto hat, kann anschließend in psychedelischen Bonus-Abschnitten die begehrten Chaos Emeralds einsammeln. Wer alle sieben Edelsteine sein eigen nennt, darf sogar als goldener "Super Sonic" durch die Level rasen. Insgesamt gibt es vier unterschiedliche Spielwelten, an deren Ende jeweils Dr. Robotnik wartet, der einem in unterschiedlich bewaffneten Fahrzeugen begegnet. Hier gibt es meistens eine bestimmte Taktik, mit der sich der verrückte Wissenschaftler in die Flucht schlagen lässt. Aber natürlich kommt es am Ende des Spiels noch zu einem schwierigeren Showdown mit dem Bösewicht.
Schnell kommt beim Spielen die Atmosphäre der klassischen Sonic the Hedgehog-Games auf. Die Stärken der Vorgängertitel haben es ins 21. Jahrhundert geschafft: Mit einer durchdachten Levelgestaltung sowie einer guten Balance zwischen temporeichen Passagen und kniffligen Geschicklichkeitstests bietet Sonic the Heghehog 4 ein ausgezeichnetes Jump’n’Run-Vergnügen.
Nach vier bis fünf Stunden hat man alles gesehen und ist mit Dr. Robotnik fertig geworden - das wirkt zunächst etwas kurz, auch wenn es sich um ein Spiel in Episodenform handelt. Für Jump’n’Run-Profis dürfte der Schwierigkeitsgrad außerdem etwas zu niedrig angesetzt sein.
Sega ist das Kunststück geglückt, einen absoluten Spielklassiker unbeschadet in grafisch neuem Gewand fortzusetzen. Wer die alten Mega-Drive-Versionen gespielt und gemocht hat, kann auf jeden Fall zugreifen. Aber auch Neueinsteiger bekommen hier ein gelungenes Jump’n’Run ohne große Schwachpunkte.
L[ii]sa`95 schrieb:
am 29. Oktober 2010 um 18:29:51
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L[ii]sa`95
L[ii]sa`95
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xan schrieb:
am 26. Oktober 2010 um 08:21:56
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Schwierigkeitsgrad
hört sich interessant an. Doch wenn der Schwierigkeitsgrad zu gering ist, fehlt schnell die Herausforderung. Daher zocke
ich von diesen Klassikern am liebsten Mega Man. Da kann man sich wahrlich nicht über ein zu leichtes Gameplay beschweren. Hab gehört Teil 9 und 10 wären auch wieder extrem schwierig bis praktisch unmöglich zu schaffen - Jedireflexe vorausgesetzt...
Wobei somanches Mariospiel auch ganz schön knackig war, zumindest manche Level.
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