02.07.2010, 11:55 Uhr | Medienagentur plassma / jr
Das Online-Rollenspiel "Guild Wars" für PC erschien 2005 nur wenige Monate nach Blizzards WoW und fasste einige wesentliche Dinge ganz anders an als der Genre-Primus. Anstelle monatlicher Abogebühren finanzierte sich Guild Wars über den Preis der Retail-Boxversionen. Die Spielvarianten "Spieler gegen Spieler" beziehungsweise "Spieler gegen Umgebung" wurden strikt getrennt. Zudem setzte man auf Instanzen. Spieler-Gruppen können sich dabei nur in Siedlungen bilden, während der Abenteuer trifft man ausschließlich auf die vom Spieldesign vorgesehen neutralen oder gegnerischen Figuren, nicht aber auf andere menschliche Opponenten. Dem Vorteil der Server-Entlastung steht dabei ein Verlust an Spielatmosphäre gegenüber, so dass Guild Wars trotz mehr als sechs Millionen verkauften Exemplaren nie den Status von WoW erreichte. Das soll 2011 anders werden: Für "Guild Wars 2" verspricht Entwickler Arena Net eine riesige, frei begehbare Spielwelt, dynamische Ereignisse sowie neue Klassen und Rassen.
Guild Wars 2 spielt wie sein Vorgänger in der Fantasy-Welt Tyria. Anders als im ersten Teil haben die Spieler diesmal die Gelegenheit, das gesamte Land frei zu erkunden. Im Gegensatz zu WoW erhält man neue Aufgaben nicht von in der Gegend herumstehenden Figuren mit einem Ausrufezeichen über dem Kopf. Stattdessen erkennen Spieler neue Aufträge anhand von Ereignissen in der Spielwelt selbst. Bricht etwa ein weit entfernter Vulkan aus oder greift ein Drache ein Dorf an, kann man sicher sein, dass die Betroffenen Hilfe benötigen. Lange Questbeschreibungen gibt es nicht, stattdessen hört und sieht man unmittelbar, was vor sich geht. Spieler sollen auf diese Weise selbst zum Helden werden und mehr Freiheiten genießen. Taten und Entscheidungen des Spielers wirken sich direkt auf die Spielwelt aus. Entscheidet man sich zum Beispiel, eine Horde Oger zu bekämpfen, die ein Haus bedrohen, kann dieses bei Erfolg des Unternehmens gerettet werden. Lässt man sie ziehen, wird das Haus zerstört und bleibt es auch für alle anderen Spieler, die später an diesem Ort vorbeikommen. Sprich: die dynamische Verkettung von Ereignissen wirkt sich direkt, sichtbar und dauerhaft auf die Spielwelt von Guild Wars 2 aus.
In seinem Kern bleibt Guild Wars 2 ein typisches Online-Rollenspiel. Zu Beginn wählt man seine eigene Rasse. Damit bestimmt man gleichzeitig den Startpunkt des Spiels. Die eigene Klasse entscheidet schließlich über die Fähigkeiten. Guild Wars 2 verfügt über eine Fähigkeiten-Beschränkung. Fünf Eigenschaften werden automatisch mit der gewählten Klasse zugewiesen, fünf weitere suchen sich Spieler im Verlauf selbst aus. Viele der Abenteuer von Guild Wars 2 lassen sich aber nicht alleine bewältigen. So stellt einem das Spiel entweder Computer-Helden an die Seite, oder man sucht sich die passenden Mitspieler in Siedlungen, Dörfern und Städten. Man kann neuerdings aber auch mit anderen menschlichen Spielern zusammen agieren. Dabei bekommt nicht nur derjenige die Belohnung, der in einer Quest den Bossgegner tötet. Stattdessen werden alle von Anfang an an der Aktion beteiligten Mitkämpfer belohnt - eine gravierende Neuerung, die das übliche Stehlen von Kills oder Quest-Camping-Phasen endlich überflüssig werden lässt.
Guild Wars 2 bringt einige notwendige Innovationen in ein derzeit stagnierendes Genre. Dazu gehören etwa die dynamischen Events und das Skalierungssystem genauso wie die "Aktivitäten" (Minispiele in Städten wie zum Beispiel gemeinsames Musizieren oder Schneeballschlachten und Kneipenschlägereien, an denen Spieler aller Stufen teilnehmen können). Vor allem für Gelegenheitsspieler schick sind auch die "Errungenschaften", die für besondere, über den Questanforderungen liegenden Leistungen im Kampf verliehen und am Ende des Tages wieder zurückgesetzt werden.
Es bleibt abzuwarten, ob das Konzept der “dynamischen Events“ in Guild Wars 2 tatsächlich unter Last funktioniert. Zudem könnte die offene Spielwelt für Balancing-Probleme sorgen.
Arena Net hat viele Ideen: Hoffentlich gelingt es dem Entwickler, diese auch erstklassig umzusetzen. Denn dann könnte Guild Wars 2 endlich das werden, was es vor fünf Jahren schon sein wollte – ein ernstzunehmender Konkurrent für WoW. Bezahl-Abos soll es weiterhin nicht geben - gut so!
Quelle: Medienagentur plassma
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