25.08.2010, 15:19 Uhr | Richard Löwenstein / jr
Die Sackboys sind ein Phänomen. Seit 2008 hüpfen die putzigen Kartoffelsack-Figuren durch Sonys Jump’n’Run-Spiel Little Big Planet: Auf den ersten Blick ein fröhlicher und quirliger, aber dennoch nicht allzu auffälliger Reaktionstest. Dennoch hat das PS3-Projekt aus dem kleinen englischen Studio Media Molecule quasi im Vorübergehen über 80 Medienpreise abgestaubt - darunter die Auszeichnung zum Spiel des Jahres. Denn hinter dem simplen Spielprinzip versteckt sich Entdeckenswertes ohne Ende. Das Highlight - ein Baukasten, mit dessen Hilfe jedermann eigene Levels basteln kann - gibt's auch wieder in Teil zwei. Und diesmal lässt der Editor diesmal sogar den Eigenbau komplett neuer Gameplay-Konzepte zu.
Auf den ersten Blick erinnert "Little Big Planet 2" stark an die Vorgängerproduktion: Charmante Figuren im Kartoffelsack-Look rennen durch bunte Kulissen, die ganz klassisch aus der Seitenansicht zu sehen sind. Unter Anleitung des Spielers rennen die fröhlichen Buben und Mädels über Abgründe und Plattformen, hüpfen über Angreifer, setzen Schlüssel ein, sortieren Plattformen neu - kurz, sie suchen sich einen Weg ins Ziel. Soweit, so bekannt. Allerdings weichen die acht Kontinente des ersten Teils nun künstlichen Welten, die wiederum an verschiedene Zeitepochen angelehnt sind. Beispielsweise begleitet man einen verblüffend an Leonardo Da Vinci erinnernden Sackboy durch die Techno-Renaissance, die einen mit seltsamen Erfindungen und Konstruktionen der Zeitgeschichte konfrontiert. Skurrilen Flugzeug-Konstruktionen etwa, die einen von A nach B tragen.
Mindestens ebenso kreativ: die "Steam & Cake", also die Dampf & Kuchen-Welt. Ein Gebiet im Steampunk-Stil, in dem es überall zischt und brodelt wie im Kessel einer alten Dampflok. Sieht hübsch aus, spielt sich abwechslungsreich. Den Weg zwischen kreisenden Kolben und heißen Fontänen finden, über Schienen balancieren, das ist ein Teil der Aufgabe. Diesmal dürfen bis zu vier Spieler gemeinsam Schalter suchen, Hebel ziehen und Wege ebnen. Und Entdecker stoßen überall auf Verstecktes und Freischaltbares; Klamotten für ihren Sackboy zum Beispiel. Auch der eingebaute Bastelkasten bietet einfach mehr von allem. Er soll nicht mehr nur die Veränderung bestehender Herausforderungen zulassen; sondern die Schöpfung von Gameplay-Ideen, die im Extremfall mit dem Konzept von "Little Big Planet" kaum noch etwas gemeinsam haben. Puzzlegames, Shooter oder Rennspiele? Denkbar.
Das zweite "Little Big Planet" versprüht wieder den kindlich-verspielten Charme des Vorgängerspiels. Die Kulissen werden allerdings noch abwechslungsreicher. Das Herzstück ist ein neuer Editor, der der eigenen Kreativität kaum noch Grenzen setzen soll.
Wie gut und übersichtlich sich der Editor bedienen lässt, das ist bislang noch schwer abzuschätzen. Was nützen die tollsten Möglichkeiten, wenn sie nicht für jedermann verständlich und zugänglich sind?
Laut Hersteller Media Molecule haben Fans für das erste "Little Big Planet" über 2,5 Millionen neue Levels erschaffen. Diese kreativen Geister unter den Besitzern einer Playstation 3 dürften "Little Big Planet 2" demnach willkommen heißen: Die Vorstellung, mit ein paar Handgriffen ganz eigene Gameplay-Konzepte erschaffen zu können, hat viel Reizvolles an sich. Davon unbenommen entwickelt sich "Little Big Planet 2" zu einem charmanten und cleveren Jump´n´Run, das mit Tempo und Witz die ganze Familie begeistern kann.
Quelle: Richard Löwenstein
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