29.07.2011, 11:06 Uhr | Sabine Vogel / jr
Mit "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2" stellt sich Zauberschüler Harry Potter im Kino seinem letzten Kampf gegen Lord Voldemort. Pünktlich dazu zaubert sich auch das passende Spiel auf PC, PS3, Wii, Xbox 360, PSPund DS. Allerdings ohne auch nur annähernd den Flair, die düstere Atmosphäre und die fesselnde Story des letzten Abenteuers wiederzugeben. Definitiv kein würdiger Abschluss. Scheint, als wäre hier eher ein lausiger Zauberschüler als ein großer Magiermeister am Werk gewesen.
Wie schon im letzten Game Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1 kann das Spiel eigentlich nur eines, nämlich relativ hübsch aussehen. Für ein Lizenzgame strotzt das Game vor Farben und Effekten, die Animationen sind anmutig und menschlich, die Texturen plastisch - ein Hingucker. Oder besser gesagt: ein Grafikblender. Denn hinter den ansehnlichen Fassade steckt das ödeste Gameplay seit langem. Ähnlich wie im ersten Teil hat sich die ehemalige Actionabenteuer-Reihe zu einem stupiden Third-Person-Shooter entwickelt. Statt mit Grips und Verstand geht es nun aus der Verfolgerperspektive “Stupor“-Zauber verschießend durch dunkle Gänge, über weite Felder und durch bekannte Kulissen aus den Filmen wie zum Beispiel die Winkelgasse. Ein bisschen Deckungsarbeit hier und da soll Taktik reinbringen, funktioniert aber nur bedingt, da trotz offensichtlich aktiver Deckung immer wieder Treffer durchgehen. Schlampig, schlampig.
Auch die Action, die bei diesem Game ganz klar im Vordergrund stehen soll, zündet nie so richtig. Zwar verfolgt das Spiel ganz klar und sehr linear die Story des Kinofilms, streut aber immer wieder völlig eintönige und extrem intelligenzarme Feindhorden ein, die an vorgegebenen Stellen aus dem Nichts auftauchen und zum Angriff blasen. Dann heißt es, Gegner um Gegner auszuknipsen, nur um kurz darauf wieder im nächsten, nach einem vorgegebenen Schema ablaufenden Feindgetümmel zu landen. Zu allem Überfluss verhalten sich die Gegner - primär Lord Voldemorts Todesser, die Acromantulas und die seelenfressenden Dementoren - wie reines Kanonenfutter, sehen alle gleich aus und sprechen auch noch mit der gleichen Synchronstimme. Das anders als lieblos zu bezeichnen, fällt schwer.
Hm, schwierig. Da gibt es eigentlich leider nichts, mal abgesehen von der Grafik. Die ist noch das Überzeugendste am ganzen Spiel. Okay, wenn man Harry auf der Playstation 3 nicht gerade mit dem Move-Controller umher scheucht, kann man der einigermaßen flüssigen Steuerung auch noch einen Pluspunkt abringen.
Die dumme KI, das öde Gameplay und, ach, der ganze Rest.
Statt einen fulminanten Abschluss der schon lange vor sich hin dümpelnden Lizenzgame-Reihe zu finden, steigt Electronic Arts mit dem letzten Harry-Spiel grandios ins Drachenhäufchen. Dabei haben die Fans schon bei Teil Eins der “Heiligtümer des Todes“-Games gedacht: Schlimmer kann‘s nicht mehr werden. Später ist man eben immer schlauer.
Titel: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2
Genre: Action-Adventure
Publisher:Electronic Arts
Hersteller: EA Bright Light
Release: Im Handel
Preis: zirka 35 Euro (DS, PSP), zirka 45 Euro (PC, Wii), zirka 60 Euro (Xbox 360, PS3)
System:Windows-PC, PS3, Xbox 360, Wii, DS
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
Wertung: Mangelhaft
Quelle: Richard Löwenstein
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