11.11.2009, 16:25 Uhr
Für dieses Spiel gibt es nur eine Bezeichnung: Völlig durchgeknallt. Wo sonst versuchen Mutanten-Karnickel einen Turm aus Müll zu bauen, um damit bis zum Mond zu klettern? Die Rabbids haben sich als Nebendarsteller im Partyspiel Rayman Raving Rabbids in die Herzen vieler Fans gespielt. Jetzt kriegen sie im skurrilen ActionspielRabbids Go Home für Wii und Nintendo DS / DSi ihre erste Hauptrolle. Aus der Verfolger-Perspektive jagen zwei Hasen, gesteuert mit dem Analog-Stick des Nunchuck-Controllers, durch Einkaufszentren, Flugplätze, Atomkraftwerke und Krankenhäuser.
Insgesamt 15 Themenwelten mit zusammen 40 Missionen stehen parat. Pro Kapitel müssen rund 1000 Gegenstände gefunden werden. Toilettenrollen, Satellitenschüsseln und ganze Krankenbetten inklusive Patienten sind mit einem weißen Ring markiert und werden durch simples Darüberfahren eingesammelt. Je mehr Objekte man in seinen Einkaufswagen packt, desto höher wächst der Turm. Man rattert durch bunte Landschaften, springt über Rampen, rutscht durch enge Kanalröhren und holt sich dabei Tuning-Extras an Bord.
Schön, dass man die Funktion des im Einkaufswagen als eine Art "Bordschütze" mitreisenden Kompagnons einem Mitspieler anvertrauen kann. Wirklich benötigt wird der Partner jedoch nicht, denn die Hindernisse und Gegner lassen sich auch bequem so überwinden. Verrückte Putzmaschinen, beißende Hunde und die gefährlichen "Verminator"-Kammerjäger wollen dem Hasenpaar ans Fell. Kommt den Hasen ein Gegner oder Geschoss zu nahe, wird die Gefahr durch Rütteln der Wiimote per Fausthieb ausgeknockt. Wer dennoch getroffen wird, verliert alle eingeklaubten Gegenstände, und muss neu anfangen. Am Endes jedes Kapitels wird das Sammelgut durch die Kanalisation zum Müllturm gepumpt. Das gibt Punkte und schaltet neue Levels, Klamotten sowie Tuning-Extras für den Einkaufswagen frei.
Viele schräge Ideen beleben das Spiel. Dass man seinen Einkaufswagen aufrüsten und dann zum Beispiel im Highspeed-Tempo durch einen Flughafen reiten kann, spornt an. Dazu kommt die löbliche Steuerung. Witzig: Per B-Taste verschießt der im Wagen sitzende Hase derart markerschütternde Kampfschreie, dass Passanten ihre Klamotten verlieren.
Das Gameplay setzt auf den Thrill des Tempos, bietet auf Dauer aber wenig Abwechslung. Unterbrechungen durch Rätsel oder Geschicklichkeits-Prüfungen wären willkommen gewesen. Dass ein echter Mehrspieler-Modus fehlt, ist schade. Auch dass man bei Volltreffern der Gegner ganz von vorne anfangen muss, nervt.
Die kurzweilige Hasenhatz lebt von schrillen Szenen und witzigen Animationen, aber spielerisch fehlt es an Substanz. Die Grafik dürfte detailreicher aussehen, der Schwierigkeitsgrad unterfordert Könner. Gelegenheits-Spieler werden den Karnickel-Wahnsinn dennoch ins Herz schließen, weil er während der acht Stunden Durchspielzeit viele bizarre Gags zündet.
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