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Star Wars: The Old Republic (SWTOR) im Test: Die Macht ist mit Bioware

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Die Macht ist mit Bioware

05.03.2012, 13:51 Uhr | Benedikt Plass-Fleßenkämper ( vb / jr)

Star Wars: The Old Republic (Quelle: Bioware)

Star Wars: The Old Republic (Quelle: Bioware)

Die Star Wars-Saga gehört zu den ganz großen Meisterwerken der Filmgeschichte. George Lucas schuf mit seinen sechs Science-Fiction-Epen eine gigantische Wundertüte, die den Stoff liefert, aus dem echte Heldenträume sind. Für Fans von Luke Skywalker, Han Solo, Darth Vader & Co. ist mit dem Online-Rollenspiel "Star Wars: The Old Republic" (kurz: SWTOR) nun genau das PC-Spiel erschienen, auf das sie schon immer gewartet haben. SWTOR erfindet zwar das MMOG-Genre nicht neu und setzt auf viele Standards, die Konkurrenten wie WoW vorgegeben haben. Es verpackt aber die Star Wars-Thematik in ein enorm faszinierendes Online-Universum, in dem jeder Spieler ein Teil der Geschichte wird und das Gefühl hat, den schwelenden Konflikt zwischen der Republik und dem Imperium mit seinen Entscheidungen und Taten maßgeblich zu beeinflussen.

Es war einmal vor langer Zeit…

SWTOR versetzt den Spieler in eine Epoche Tausende von Jahren vor dem Aufstieg Darth Vaders. Der Krieg zwischen der Galaktischen Republik und dem Sith-Imperium tobt - und man ist von Anfang an mittendrin. Bevor sich der Spieler in sein großes Abenteuer stürzt, steht also erst einmal die Fraktionswahl an: Zieht man auf Seite der ehrwürdigen Republik los, oder wird man Mitglied des finsteren Sith-Imperiums? Anschließend gilt es, sich für eine von acht Klassen zu entscheiden, wobei je vier für jede Fraktion zur Verfügung stehen. Bei der Republik kann man Jedi-Ritter, Soldat, Botschafter oder Schmuggler verkörpern; die imperialen Äquivalente sind Sith-Krieger, Kopfgeldjäger, Sith-Inquisitor und Imperialer Agent.

Rollenwahl mit Folgen

Für jede Klasse stehen einem im Spielverlauf individuelle Spezialisierungsmöglichkeiten zu Verfügung. Nach Abschluss des Prologs der Heldenquest muss man sich entscheiden, wie man seinen Charakter ausrichtet. Die klassischen MMOG-Klassen Tank, Heiler und Damage Dealer (Schadensverursacher) kommen auch hier zum Tragen. So kann der Jedi-Ritter beispielsweise als Hüter mit Einhand-Lichtwert und Schildgenerator, schwerer Rüstung und Defensivfähigkeiten die Tank-Funktion übernehmen, um seine Mitspieler im Gruppenspiel zu schützen. Entscheidet man sich hingegen, seinen Jedi-Ritter als Wächter zu spielen, schwingt man gleich zwei surrende Laser-Säbel und teilt mit ausgeklügelten Machtattacken ordentlich aus. Eine duale Talentverteilung wie in WoW gibt es allerdings nicht, so dass man seine Wahl mit Bedacht treffen sollte.

Spiele-Videos
Star Wars: The Old Republic

E3-Trailer zeigt beeindruckende Render-Szenen. zum Video

Du bist der Held

Stichwort Heldenquest: Entwickler Bioware - bekannt für epische Solo-Abenteuer wie die Mass Effect-Reihe oder das Star Wars-Rollenspiel "Knights of the Old Republic" - schafft mit SWTOR das Kunststück, das erste Story-basierte Online-Rollenspiel abzuliefern. Denn für jede Klasse gilt es, auf dem Weg bis zum Maximallevel 50 eine epische, in etliche sehenswerte Zwischensequenzen verpackte Heldenquest zu absolvieren. In dieser erlebt man als Jedi-Ritter beispielsweise den Aufstieg vom jungen Padawan mit mickrigem Übungs-Lichtschwert hin zum mächtigen Jedi nebst vollwertiger Laserklinge, der es mit einem mächtigen Sith zu tun bekommt und quer durch die Galaxis reist, um für die gute Sache der Republik zu kämpfen. Ein eigenes Raumschiff, mit dem man per Sternenkarte neue Gebiete erreicht, und mehrere Gefährten wie der R2D2-Verschnitt T7 oder die attraktive Jung-Jedi Kira, die einen aktiv beim Kämpfen unterstützen, erweisen sich dabei als äußerst hilfreich.

Quests von der Stange

Die meisten der zu absolvierenden Aufgaben wirken etwas altbacken und bestehen aus Genre-typischen Sammeljobs, Botengängen oder dem Töten bestimmter Gegner. Hin und wieder werden die Quests aber auch mal durch ausgefallenere Missionen oder spannende Kämpfe gegen besonders starke Gegner aufgepeppt. Bioware schafft es dennoch, einen voll ins Spiel hinein zu ziehen. Denn jeder Dialog mit den zahlreichen NPC ("Non Player Character") ist aufwändig und durchgängig von professionellen deutschen Sprechern vertont worden. Hinzu kommt, dass man während der Gespräche oftmals mehrere Möglichkeiten hat, wie man antwortet oder welche Aktion man ausführen möchte. Diese Entscheidungen wirken sich einerseits - meist in überschaubarem Rahmen - auf die Handlung aus, haben andererseits aber direkten Einfluss auf die Gesinnung der eigenen Spielfigur. Man kann sowohl Punkte auf der hellen als auch der dunklen Seite der Macht sammeln. Abhängig vom Macht-Punktekonto ersteht man im späteren Spielverlauf bei Händlern bestimmte "Helle Seite"- oder "Dunkle Seite"-Items.

Krawall im All

Eine nette Abwechslung zum Quest-Alltag sind die Raumschlachten, die in bester Railshooter-Manier ablaufen und einem Extra-Kohle und -Erfahrungspunkte einbringen. An Bord des eigenen Raumschiffs kann man via Sternenkarte nicht nur die Galaxie bereisen, sondern sich auch für bestimmte All-Missionen anmelden. Während der Spieler beispielsweise Flotten eskortiert, feindliche Geschütztürme oder Satellitenanlagen pulverisiert und Abfangjäger per Blaster unter Beschuss nimmt, fliegt er auf einer vorgegebenen Bahn durch die 3D-Szenerie - der PC-Klassiker "Rebel Assault" lässt schön grüßen. Spielerisch ist das Ganze recht anspruchslos, als nette Action-Einlage taugt es aber allemal.

Gruppenspiel

SWTOR bietet viel Altbekanntes, was man auch aus anderen Online-Rollenspielen bereits kennt. Ab Level 25 kommt man etwa gegen einen Batzen Credits in den Genuss seines ersten Gleiters, um sich fortan wesentlich schneller fortbewegen zu können. In Dungeons für vier Spieler, hier "Flashpoints" genannt, und ab Level 50 auch in Raid-Operationen für acht oder 16 Spieler sammelt man bessere Ausrüstungsteile, Erfahrungspunkte und Credits, kämpft sich mit seinen Mitstreitern durch feindliche Truppen und ringt mal mehr, mal weniger knifflige Bosse nieder. Das Kampfsystem orientiert sich mit seinem Echtzeit-System an WoW, "Herr der Ringe Online" und ähnlichen Spielen: Gegner werden manuell markiert und dann per Mausklick oder Spezialangriff-Shortcut angegriffen. Die Präzision und Treffer werden allerdings automatisch berechnet, so dass der Spieler nur über die Wahl der Ausrüstung und der Angriffe effektiven Einfluss auf den eigentlichen Schaden nimmt.

Berufswahl

Beim Berufssystem kommen die Crew-Gefährten zum Einsatz: Aus drei Gebieten (Sammel-, Handwerks- und Missionsfähigkeiten) kann man je eines wählen, um seine Begleiter etwa auf Plünder-Missionen zu schicken, sie schicke Waffen oder Rüstungen anfertigen zu lassen oder Unterwelthandel zu betreiben. Das Talentsystem erinnert an das frühe WoW: 50 Punkte lassen sich auf drei Talentbäume verteilen, um sich einen individuellen Helden nebst spezieller Fähigkeiten zu basteln. Und Auktionshäuer, hier "Kioske" genannt, dürfen ebenfalls nicht fehlen, um die hergestellten Waren zu verkaufen oder eine dringend benötigte Item-Modifikation zu erstehen.

Was wir mögen  

Wenn man das erste Mal vor dem imposanten Senatsgebäude auf Coruscant steht oder mit seinem Gleiter über den heißen Wüstensand von Tatooine prescht, dabei im Hintergrund die Original-Filmmusik in kristallklarer Qualität aus den Boxen schallt, dann kommt sofort echtes Film-Feeling auf. SWTOR hält für Star Wars-Anhänger etliche "Wow!"-Momente bereit und lebt von seiner tollen Atmosphäre. Grafisch bewegt sich das Spiel auf einem prima Niveau, bietet schöne Umgebungen, fein gezeichnete Charaktere und leckere Kampfeffekte. Allerdings fallen auch immer wieder einige schwache Texturen und objektarme Schauplätze auf. Die Heldenquests sind exzellent designt und lassen einen dank der hervorragenden Vertonung tief in das Science-Fiction-Universum eintauchen. Doch auch die Flashpoints, die verschiedenen Klassen, das Berufssystem und die riesige Spielwelt, in der es immer etwas zu erkunden gibt, motivieren immer wieder zum Weitermachen.

Was wir nicht mögen

Setzt man die rosarote Star Wars-Fanbrille ab, dann offenbaren sich leider einige Mängel, die Bioware in Zukunft hoffentlich noch beheben wird. Vor allem in Sachen Komfort hinkt SWTOR der Konkurrenz (noch) hinterher. Das User-Interface ist nicht frei anpassbar und im aktuellen Zustand ziemlich unübersichtlich. Zudem fehlt die wichtige "Ziel des Ziels"-Funktion, die vor allem Tanks benötigen, damit sie sehen, ob sie die Aggro (Bedrohung) des Gegners auf sich haben. Hier hat Bioware aber schon Besserung in Aussicht gestellt. Ebenfalls auf unserer Wunschliste für zukünftige Updates: Sortierfunktionen im Auktionshaus, eine übersichtlichere Gruppensuche, mehr Inhalte für Spieler der Höchststufe 50 (zwei Raid-Operationen sind noch etwas wenig) und ein ausgewogeneres PvP-Spiel (Player versus Player).

Fazit

Noch ein Online-Rollenspiel, braucht das die Spielewelt? Im Fall von SWTOR lautet die Antwort: Wenn man Fan von Star Wars ist - unbedingt! Freunde der Film-Saga dürften von der liebevollen Umsetzung der Thematik schlichtweg begeistert sein. Es macht unglaublich viel Spaß, sich mit Lichtschwert und Macht-Fähigkeiten in den Kampf zu stürzen, den klasse vertonten Dialogen zu lauschen und sich an der großartigen Atmosphäre zu erfreuen. Wer hingegen mit Star Wars bislang nichts anfangen konnte, dürfte auch von SWTOR nicht vollständig bekehrt werden - sollte dem Spiel aber trotzdem eine Chance geben. SWTOR vermittelt einem nämlich das Gefühl, Spielwelt und Story durch seine Entscheidungen tatsächlich beeinflussen zu können, und sorgt so für eine große Identifikation mit dem Spielcharakter. Wie lange die Motivation im Endspiel ab Stufe 50 anhält, wie sich die Community entwickelt und ob Bioware in absehbarer Zeit die noch dringend notwenigen Verbesserungen bei den Komfortfunktionen vornimmt, muss die Zukunft zeigen. Ein toller Start ist aber in jedem Fall geglückt.

Infos zum Spiel

Titel: Star Wars - The Old Republic
Genre: Online-Rollenspiel
Publisher: Electronic Arts
Hersteller: Bioware
Release: Im Handel
Preis: zirka 55 Euro (plus zirka 13 Euro monatliche Abo-Gebühren)
System: Windows-PC
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
Wertung: Sehr gut


Quelle: Medienagentur plassma

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Kommentare (5)

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Thema: "Star Wars: The Old Republic (SWTOR) im Test: Die Macht ist mit Bioware"

Sepp schrieb: am 5. Januar 2012 um 00:52:51
(1) (1) @Ravenyard
Die Frage ist - unterhält einem ein MMORPG so gut, das man dafür bereit ist, jeden Monat Geld abzudrücken. Diese Frage muss
jeder für sich selber beantworten. Bei mir ist das nicht der Fall, deshalb lehne ich MMORPG ab. Wem das gefällt - gut das ist seine Sache, genau wie ein Raucher selber für sich entscheidet jeden Tag eine Geld für eine Schachtel Zigaretten auzugeben.
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Ravenyard schrieb: am 4. Januar 2012 um 13:45:48
(9) (0) mmorpgs
Muahhh.... worum geht es bei einem MMORPG? Um die Gemeinschaft. Man bezahlt die Serverlast und Wartung, den Support, das ständige
Patchen und ja auch neuen Inhalt. Aber dass so nen Server nicht von allein läuft und da viel Arbeit drin steckt sollte jedem klar sein. Und es gibt immer noch viele Leute die diese 13 Euro in 3 Tagen in Zigaretten umsetzen, also Geld ist kein Argument. Und ja wir haben Geld sonst würden wir uns nicht für 300 Euro Grafikkarten kaufen oder für 50 Euro Spiele.
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Sepp schrieb: am 3. Januar 2012 um 17:13:54
(1) (4) @plassmag
Es gibt auch PC-Spiele die wenig oder moderate Kosten verursachen und denoch einen auf Jahre unterhalten. Für mich sind MMORPG
dreiste Abzocke. Aber gut - das muss ja jeder für sich selber entscheiden ob er das will oder nicht.
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