24.03.2009, 11:13 Uhr
Counter-Strike (Montage: t-online.de)Die Stadt Stuttgart hat die Durchführung eines E-Sport-Wettbewerbs, der für den 27.März in der Landeshauptstadt geplant war, untersagt. Im Rahmen der "Intel Friday Night Games" sollten Teams der E-Sports-League (ESL) mit den Spielen Warcraft 3 und Counter-Strike gegeneinander antreten. Wegen des letztgenannten Titels hat der Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) die Zusammenkunft nun eine Absage erteilt. Angesichts des Amoklaufs im baden-württembergischen Winnenden könne man eine derartige Veranstaltung nicht akzeptieren, so Schuster. Diese Haltung findet parteiübergreifend Zustimmung. Der medienpolitische Sprecher der Grünen im baden-württembergischen Landtag, Jürgen Walter, äußerte Verständnis und kritisierte die mangelnde Sensibilität der Veranstalter. Es wäre "instinktlos", den Wettbewerb eine Woche nach der zentralen Trauerfeier in Winnenden auszurichten, so Walter.
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Counter-Strike (Montage: t-online.de)Dem Aus für die Veranstaltung gingen laut Ausrichter Turtle Entertainment keine Gespräche voraus. In einer Pressemitteilung erklärt Ibrahim Mazari, PR-Verantwortlicher bei Turtle Entertainment, dass es seitens der Stadt kein Verhandlungsangebot gegeben hätte. Gegenüber der Webseite "Golem" gab er an, dass man erst am Morgen des 24. März per Fax von der Kündigung erfahren habe. Mazari hatte sich zuvor in einem Interview mit dem "Stuttgarter Wochenblatt“ wenig konzessionsbereit gezeigt: Eine Schweigeminute während der Veranstaltung einzulegen lehnte man ebenso ab wie die Änderung des Spiele-Programms. Die Tat würde zwar niemanden kalt lassen, eine Absage der ESL Pro Series käme jedoch nicht in Frage, so Mazari. Es würde kein Zusammenhang zwischen dem Amoklauf von Winnenden und der E-Sport-Szene geben - eine Meinung, die nicht nur in Spieler-Kreisen Zustimmung findet. Der Liga-Wettbewerb der ESL-Pro-Serie ist dieses Jahr mit einem Gesamtpreisgeld von 130.000 Euro dotiert.
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Counter-Strike (Bild: Valve)Kritik bezüglich der Entscheidung des Stuttgarter Oberbürgermeisters kommt von Spiele-Experte Boris Schneider-Johne. Der Xbox 360-Produktmanager, der seine Aussagen in diesem Zusammenhang ausdrücklich als privat verstanden wissen will, kritisierte in seinem Blog "dreisechzig.net" die Absage der Stuttgarter als fadenscheinig. Wer derartige Veranstaltungen verbiete, müsse auch gegen die rund 15 Schießbuden, die sich dieses Jahr auf dem Stuttgarter Frühlingsfest finden, vorgehen. Selbst die "Spieleverbieter-Vorreiter von der CSU" hätten es nicht in Erwägung gezogen, die am letzten Wochenende in München durchgeführte ESL-Veranstaltung zu untersagen, so Schneider-Johne.
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