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Test zu "Darkspore": Action-Rollenspiel für PC von Electronic Arts

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Gut gemeint, nicht gut gemacht

16.05.2011, 12:36 Uhr | Medienagentur plassma / jr

Darkspore SciFi-Action-Rollenspiel für PC von EA

Darkspore (Bild: Electronic Arts)

Eine findige Grundidee, die viele kleine Nachkommen hervorbringt, etwa die erfolgreiche Sims-Reihe, ist der Traum eines jeden Entwicklerstudios. Und so hat sich Sims-Erfinder Maxis wohl gedacht: Was einmal funktioniert, das kann man wieder probieren. Hinter "Darkspore", dem neuesten Werk der Entwickler, steckt die altbekannte Evolutions-Simulation "Spore", die in ein SciFi-Action-Rollenspiel für PCumgestrickt wurde.

Gen-Experiment mit Folgen

Die Krogenitoren, eine hochentwickelte Alienrasse, hat Experimente mit dem eigenen Genmaterial gemacht und dabei aus Versehen die bösen Darkspores kreiert. Diese wollen nun zum Dank ihre Erfinder ausrotten. Das ist im Grunde die ganze Story, viel mehr erfährt der Spieler nicht. Das ist aber auch nicht notwendig, da man ohnehin permanent damit beschäftigt ist, sich in schlauchartigen Levels mit den Bösen zu prügeln. Für die Kämpfe mit den Darkspores stehen dem Spieler stets drei Helden zur Verfügung. In einem kleinen Tutorial wird man mit dem enorm innovativen Gameplay vertraut gemacht. Hier lernt man, wie man die Gegner effektiv plättet und dass man seinen Helden immer wieder wechseln kann.

Krieg der Gene

Das ist nicht nur wichtig, wenn eine der eigenen Spielfiguren kurz vor dem Tod steht. Denn wenn man einem Widersacher vom gleichen Genetik-Typ gegenübersteht, ist der Avatar des Spielers um einiges verwundbarer. Man lernt auf seinen Lebens- und Energievorrat zu achten und entsprechend grüne oder blaue Kapseln zu sammeln, die getötete Feinde hinterlassen, um die Vorräte wieder aufzufüllen. Und schließlich landet man auf dem Raumschiff im Helden-Pool, in dem man an seinen Kämpfern basteln und im Laufe des Spiels die Heldentruppe auf bis zu 100 Recken aufstocken kann.

Fehlanzeige in Sachen Charakterentwicklung

Die fünf verschiedenen Genetik-Typen "Plasma", "Bio", "Nekro", "Cyber" und "Quanten" stehen in Darkspore zur Auswahl. Alle lassen sich nochmals in drei verschiedene Klassen unterteilen. Während die Wachen einiges einstecken und im Nahkampf glänzen, können die Verwüster harte Schläge austeilen, sind aber dafür verletzbarer. Die Sturm-Klasse agiert aus der Ferne und greift auf magische Kräfte zurück. Großartige Auswirkungen auf den Spielablauf haben die Klassen allerdings nicht, da für jeden Helden ohnehin nur fünf Fähigkeiten zur Verfügung stehen und eine Charakterentwicklung nicht vorgesehen ist.

Weder Quests noch Dialoge

Auch Quests gibt es in Darkspore nicht, wenn man mal von Simpel-Aufgaben wie "Sammle alle sieben Kristalle“ oder "Aktiviere alle Obelisken“ absieht. Auf Dialoge oder andere Interaktionen mit der Umgebung hat Maxis ebenfalls verzichtet. Einen interessanten und innovativen Aspekt bringt immerhin das Belohnungs- und Wettsystem ins Spiel. Nach einem erfolgreichen Level-Abschluss steht der Spieler vor der Entscheidung, ob er seine Medaillen in ein seltenes Item eintauscht oder gleich in den nächsten Level einsteigt, um eine noch größere Belohnung einzuheimsen. Bei einem Fehlschlag sind allerdings die Belohnungen aus dem gewonnenen Level dahin.

Kein Spaß im Team

Multiplayer-Fans sollen durch einen Koop-Modus für bis zu vier Spieler angelockt werden. Aber auch hier hat Maxis nur halbe Arbeit geleistet. Die vier Teilnehmer spielen eher nebeneinander her. Man kann zwar Schwachstellen der Freunde ausgleichen, ein Austausch von Gegenständen ist allerdings nicht möglich. Gegen Bezahlung mit der spieleigenen Währung kann man schließlich auch noch einen PvP-Modus ("Player versus Player") freischalten und gegen die Trios anderer Spieler antreten. Langzeitmotivation bieten diese zufälligen Kloppereien in den ebenso kleinen wie tristen Arenen eher nicht.

Was wir mögen

Dank des einfachen Spielprinzips und der unkomplizierten Bedienung findet sich der Spieler schnell zurecht. Darkspore bringt mit seinem Belohnungs- und Wettsystem einen interessanten Aspekt ins Spiel. Man kann seinen Gewinn einstecken oder auf einen noch größeren im nächsten Kampf zocken. Einen taktisch einsetzbaren Vorteil bietet auch der Wechsel der Helden während eines Angriffs, um sich optimal auf den Gegner einstellen zu können.

Was wir nicht mögen

Angesichts der nur rudimentär vorhandenen Story und der monotonen Hackorgien in den schlauchförmigen Levels kommt kaum Spielspaß auf. Rollenspiel-Fans werden ohnehin abgeschreckt, weil eine Entwicklung der Helden oder das Erklimmen neuer Stufen nicht vorhanden sind. Auch Dialoge oder Interaktionen mit der Umwelt vermisst man schmerzlich. Zudem kann auch die Grafik mit anderen aktuellen Action-Rollenspielen nicht mithalten, obwohl die Technikanforderungen an den Computer enorm hoch sind. Ebenfalls negativ: Publisher Electronic Arts setzt auf eine permanente Internetverbindung, auch beim Solospiel. So landet man beim kleinsten Datenabbruch gleich wieder im Anmeldefenster, und der Held stirbt in seinem Level den unfreiwilligen Szenentod.

Fazit

Darkspore ist weder Fisch noch Fleisch. Für ein Rollenspiel fehlen wichtige Spielelemente wie Charakterentwicklung, Quests oder Dialoge. Lediglich die abwechslungsreiche Heldenauswahl mit Rassen- und Klasseneinteilung und das eifrige Sammeln von Items sorgen für gelegentliche Motivationsschübe. Die Monstermetzelei in eng gesteckten Levels ist schon nach kurzer Zeit langweilig. Wenigstens schafft es das Belohnungs- und Wettsystem, den Spielspaß etwas anzuheben. Schade, die Entwickler von Maxis haben schon bewiesen, dass sie viel mehr können.

Infos zum Spiel

  • Titel: Darkspore
  • Genre: Action-Rollenspiel
  • Publisher: Electronic Arts
  • Hersteller: Maxis
  • Release-Termin: Im Handel
  • Preis: zirka 45 Euro (PC)
  • System: Windows-PC
  • USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
  • Wertung: Ausreichend

Quelle: Medienagentur plassma

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