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Test zu Die Abenteuer von Tim & Struppi: Das Geheimnis der Einhorn für PC, PS3, Xbox 360 und Wii

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Mast- und Schotbruch für die Einhorn?

22.12.2011, 14:20 Uhr | Andreas Sturm (ams / jr)

Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn (Quelle: Ubisoft)

Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn (Quelle: Ubisoft)

Wenn ein neues Spiel als mediale Begleiterscheinung zu einem Kino-Blockbuster erscheint, um die Verwertungskette zu vervollständigen, dann erwartet man mittlerweile kaum mehr als Durchschnitt. Mit "Die Abenteuer von Tim & Stuppi: Das Geheimnis der Einhorn" haben sich die Entwickler von Ubisoft Montpellier an die Umsetzung des Spielberg-Jackson-Films gewagt. So können sich Film-Fans nun auch am PC und den Spielkonsolen PS3, Xbox 360 und Wii daran machen, die Abenteuer um das verschwundene Schiffsmodell hautnah mitzuerleben und den Ausgang der Handlung maßgeblich zu entscheiden. Lizenz-Flop oder adäquates Film-Spiel? Unser Test verrät mehr.

Alles beginnt auf einem Flohmarkt

Der aus den Comics des legendären belgischen Zeichners Hergé bekannte Reporter Tim entdeckt mit seinem Hund Struppi auf einem Flohmarkt das Modell eines Segelschiffs. Bei einem weiteren Händler erfährt er von der Geschichte des Seglers. Doch als er auch noch ein geheimnisvolles Papier im Bauch des Modells entdeckt, wird es ihm auch schon gestohlen. Um das Geheimnis der Einhorn zu klären, begibt er sich mit dem mürrischen Kapitän Haddock auf eine gefährliche Reise. Im Spielverlauf kämpft man an zahlreichen exotischen Schauplätzen rund um den Globus mit gierigen Kunstsammlern, abgebrühten Waffenhändlern und vielen weiteren Schurken.

Perspektivwechsel

Schon die erste Aufgabe, nämlich in ein geheimnisvolles Schloss einzudringen, in dem der Dieb mit dem Schiffsmodell verschwunden ist, offenbart den interessanten Mix aus Adventure- und Jump'n'Run-Elementen, der sich durch das gesamte Spiel zieht. Denn hat Struppi erst einmal die Fährte der Ratten aufgenommen, landet er auch schon im Labyrinth des Kellergewölbes, und das Spiel wechselt von der 3D-Ansicht in die aus klassischen Hüpfspielen gewohnte seitliche Perspektive. So muss sich Struppi durch den Keller wühlen, bis er einen Schalter findet, der auch Tim den Eingang in das Labyrinth erlaubt. Nun schlägt sich der Reporter durch die Gänge und muss zahlreiche Gegner außer Gefecht setzen, die - angelehnt an die Comic-Zeichnungen Hergés - in komisch gekrümmter Haltung zurückbleiben.

Aus dem Weg!

Die Kämpfe und situationsbedingte Aufgaben fallen in mehrfacher Hinsicht simpel aus. Einerseits bekommt man ständig Hinweise serviert, welche Knöpfe bedient werden müssen, um Faustschläge auszuführen, unter Hindernissen hindurch zu kriechen oder von Plattform zu Plattform zu springen. Zudem erweisen sich die Feinde nicht als besonders hartnäckig. Während man den ersten Widersacher K.O. schlägt, bekommt es der nächste dahinter meist gar nicht mit. So lassen sich die ersten Aufgaben fast schon zu leicht erledigen. Da das Spiel offensichtlich auf eine jüngere Zielgruppe zugeschnitten ist, kann man das verschmerzen, denn so hält sich für kleine Gamer der Frustgrad in engen Grenzen - obwohl auch Tim in jedem Level durchaus seinen Heldentot sterben kann, falls man einmal allzu unaufmerksam vorgeht.

Eine Frage des Charakters

Innerhalb der Levels wechselt man zwischen den verschiedenen Charakteren hin und her. So spielt man nicht nur Tim, sondern auch Struppi oder Kapitän Haddock. Jede Figur verfügt über besondere Fähigkeiten, die man gezielt einsetzen muss, um die Aufgaben im Level erfolgreich zu absolvieren. Während sich Struppi auf seine Spürnase verlassen kann, hält Haddock für schwerere Kämpfe sein Schwert bereit. Ist eine Aufgabe erledigt, geht es in Flug- oder Motorradeinlagen weiter zur nächsten Herausforderung. Auch Flugzeug und Motorrad lassen sich einfach steuern, während man auf seine Gegner feuert. Übertrieben: Für heranrasende Motorräder mag die Zwille ja noch effektiv sein, aber sie wirkt sogar gegenüber LKW. Gut, hier war sicher eher die Hoffnung der Vater des Erfolgs - aber Comics müssen ja auch nicht den Gesetzen der Physik gehorchen.

Gemeinsam ans Ziel

Für den meisten Spielspaß sorgt der Koop-Modus. Hier schlüpfen die Spieler jeweils in zwei der insgesamt acht zur Verfügung stehenden Charaktere und müssen Aufgaben lösen oder Objekte frei schalten. Natürlich sichert hier nur, wie der Name es schon sagt, das gemeinsame Team-Vorgehen den Erfolg. Es macht ordentlich Spaß die Kombinationsrätsel zu lösen, Blitze abzublocken, damit der Partner weiterkommt, oder den Mitspieler vorzuschicken, damit der schwere Blöcke verschiebt und man anschließend selbst die Hindernisse überwinden kann. Im Spiel lassen sich zudem auch einige Minigames freischalten, etwa Zeit- oder auch spannende Verfolgungsrennen sowie Schwertkämpfe, in denen sich die Spieler zusätzlich beweisen können und die für weitere Abwechslung im Gameplay sorgen. Grafisch hält sich das das "Tim & Struppi" -Abenteuer penibel an die Filmvorlage, bietet liebevoll, detailreich gezeichnete Levels und fängt den Charme der Comicvorlage sehr schön ein. Auch der stimmungsvolle Soundtrack trägt seinen Teil zur stilvollen Präsentation bei. Insgesamt können die Spieler in den 33 Kapiteln 20 Schauplätze des Kinofilms erkunden.

Was uns gefällt

Die Steuerung funktioniert präzise, zudem bringen ständig neue Elemente Abwechslung ins Spiel. Auch die Sequenzen zwischen den Levels sorgen mit ihren liebevollen Animationen, in denen Struppi beispielsweise die Spur erschnüffelt oder das Flugzeug die Fährte zum nächsten Einsatzort abfliegt, dafür, dass das Tempo des Spiels nie abreißt. Prima: der Koop-Modus, der Familien gemeinsam in spannende Abenteuer stürzen lässt. Und ebenso gehört auch die cineastische Umsetzung, vor allem bei den 3D-Animationen, zu den gelungenen Aspekten des Spiels.

Was uns nicht gefällt

Erfahrene Spieler sehen den Abspann bereits nach fünf Stunden - das ist viel zu wenig. Die Kämpfe könnten ruhig etwas herausfordernder sein, zumal auch die KI ziemlich nachlässig arbeitet. Während der eine Gegner mit einem Schrei in den Abgrund fällt, bleibt der andere oft seelenruhig stehen und wartet darauf, dass er an die Reihe kommt. Leider gibt es nur einen Schwierigkeitsgrad. Ein oder zwei weitere Abstufungen hätten  "Das Geheimnis der Einhorn" auch für ambitionierte Spieler interessant machen können.

Fazit

Spiele-Umsetzungen von Kinofilmen sind oft genug nicht die besten - siehe oben. Auch "Die Abenteuer von Tim & Struppi: Das Geheimnis der Einhorn" hinterlässt gemischte Gefühle. Für die jüngere Zielgruppe bietet das Jump'n'Run-Adventure eine gelungene Mischung der beiden Genres und lässt die Spieler Szenen des Films nicht nur hautnah miterleben, sondern hautnah mitgestalten. Das macht Spaß, das hat Witz - eben jenen Comic-Witz, aus dem der Stoff stammt. Denn trifft Tims Fausthieb den Gegner, dann geht der mit Sternchen über seinem Haupt torkelnd zu Boden. Für ältere, erfahrenere Spieler dürfte das Game aber viel zu wenig Anspruch bieten, weshalb unsere Kaufempfehlung vor allem auf jüngere Spieler abzielt.

Infos zum Spiel

Titel: Die Abenteuer von Tim & Struppi: Das Geheimnis der Einhorn
Genre: Jump'n'Run / Adventure
Publisher:Ubisoft
Hersteller:Ubisoft Montpellier
System: Xbox 360, PS3, Wii, PC
Release: Im Handel
Preis: zirka 40 Euro
USK-Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren
Wertung: Gut


Quelle: Medienagentur plassma

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